Kreisverband:
Mitgliederbereich
Wir in Ihrer Nähe

PMS 22/10 v. 04.06.2010

Fraktionen sind sich einig: Mehrgenerationenhäuser müssen erhalten bleiben!

Mehrgenerationenhäuser erfüllen eine wichtige Aufgabe in der sozialen Gesellschaft und müssen auch nach Beendigung der Bundesförderung 2011 unterstützt werden – darüber waren sich Landtagsabgeordnete von CDU, SPD, Die Grünen und FDP bei einem sozial- und familienpolitischen Forum des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. am Mittwochabend in Hannover schnell einig. Der Verband hatte unter dem Motto „Unsere Gesellschaft braucht Mehrgenerationenhäuser – auch in Zukunft!“ ins Restaurant Leineschloss im niedersächsischen Landtag geladen. Dort begrüßte Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e. V., mehr als 80 Gäste, darunter Abgeordnete aus der Landes- und Bundespolitik, zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen Niedersächsischer Mehrgenerationenhäuser, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Niedersächsischen Sozialministeriums und anderer Verbände und Kommunen.

Die Zuhörer erhielten zunächst anhand von drei Fachvorträgen Einblicke in die Thematik Mehrgenerationenhäuser (MGH). Dr. Uta Meier-Gräwe von der Universität Giessen hob den wirtschaftlichen Wert der generationenübergreifenden Arbeit der Mehrgenerationenhäuser (MGH) hervor, die mit ihren sozialräumlichen Gelegenheitsstrukturen auch eine für die Entwicklung von Kindern bedeutsame anregende Umgebung bieten. Sabine Genther, Leiterin des SOS-Mütterzentrums in Salzgitter-Bad, stellte die bunte Fülle eines Mehrgenerationenhauses am Beispiel ihrer Einrichtung dar. „Unsere Zielgruppe sind nicht Alte, Kinder, Gesunde oder Kranke, unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die zu uns kommen“, betonte sie. Die Rolle der Mehrgenerationenhäuser als sozialer Motor in der Kommune beschrieb Annette Köppel vom MGH MOBILE in Pattensen. „Kommune muss angesichts des demografischen Wandels neu gedacht werden“, erklärte sie und legte dar, wie MGHs kreativ und konzeptionell die Kommunen dabei unterstützen können, das sie begrenzende Ressortdenken zu überwinden und fortzuentwickeln.

Den Abschluss der Fachveranstaltung des Paritätischen bildete eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten von SPD, CDU, Die Grünen, FDP sowie einer Praktikerin aus einem Mehrgenrationenhaus. „Die Politik ist sich parteiübergreifend einig, dass die Mehrgenerationenhäuser wichtige Arbeit leisten“, fasste Sebastian Böstel, der das Gespräch moderierte, zusammen. Die Teilnehmer merkten an, dass es für Kommunen und Land problematisch werden könnte, den Mehrgenerationenhäusern die notwendige finanzielle Unterstützung nach Beendigung der Bundesförderung im Jahr 2011 zu geben. Einig waren sich jedoch alle darüber, dass Bund und Land hier gemeinsam nach einer Lösung suchen müssen. „Wenn der Bund ein derartiges Projekt über fünf Jahre anstößt, muss er sich auch Gedanken über die Fortsetzung machen“, sagte Böstel.