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PMS 50/10 v. 16.12.2010

25 Jahre Freiwilliges Soziales Jahr im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.

Aus einem kurzfristig gestartetem Projekt mit 20 Freiwilligen ist ein bewährtes Paritätisches Bildungs- und Engagement-Angebot für junge Menschen geworden, das heute fast 700 junge Männer und Frauen in ganz Niedersachsen wahrnehmen: Mit einer großen Fachtagung hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. am Donnerstag, 16. Dezember 2010, in Hannover 25 Jahre Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim „Paritätischen“ gefeiert. „Seit 25 Jahren vermitteln wir jungen Menschen, die sich engagieren wollen, sinnvolle Tätigkeiten und ein entsprechendes Umfeld“, sagte Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V.

Das Freiwillige Soziale Jahr beim Paritätischen wurde im Sommer 1985 durch ein Landesförderprogramm der damaligen Landesregierung initiiert. Gemeinsam mit dem damaligen Landesgeschäftsführer und heutigem Ehrenvorsitzenden des Paritätischen Niedersachsen, Wolfgang Neubelt, ergriffen die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), Landesverband Niedersachsen e.V., die Initiative, das FSJ beim Paritätischen in Niedersachsen einzurichten.  „Was damals als zartes Pflänzchen mit 20 Freiwilligen begann, ist heute zu einem stattlichen Baum gewachsen“, sagte IJGD-Landesgeschäftsführer Bernd Göddertz. Gemeinsam halten die IJGD, die Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Wilhelmshaven GmbH und die Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit Braunschweig GmbH im laufenden FSJ-Zyklus 2010/2011 fast 700 FSJ-Plätze in Niedersachsen vor.

Trotz des großen Erfolgs steht dem FSJ ein Umbruch bevor. Denn mit der Einführung des neuen Bundesfreiwilligendienstes, mit der eine Menge Fragestellungen einhergehen, wird sich die heutige Trägerlandschaft ändern. Wie genau, steht noch nicht fest, der Paritätische hatte die Politik bereits dazu aufgefordert, in alle weiteren Schritte eingebunden zu werden, um sowohl Einsatzstellen als auch Interessierte zeitnah über die Änderungen zu informieren und Planungssicherheit bieten zu können.  „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir alle gefordert, um aus dem Bundesfreiwilligendienst ein neues Standbein im Konzert der Freiwilligendienste zu machen, ohne dass bestehende Angebote benachteiligt werden“, sagte Sebastian Böstel.

Unter den zahlreichen Gratulanten zu „25 Jahre FSJ beim Paritätischen“ befand sich auch die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan, die versprach, sich dafür einzusetzen, das FSJ durch eine Absprache mit dem Kultusministerium künftig stärker in Schulen zu bewerben. „Wir werden darüber sprechen, wie wir die Schulen stärker einbinden können und auch zeigen, welche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten es gibt“, sagte die Ministerin, die nicht nur die Träger und Einrichtungen, sondern auch die zahlreich im Publikum versammelten Jugendlichen selbst lobte. „Für Ihr Engagement verdienen Sie allen Respekt, und den haben Sie auch“, sagte sie.

Von ihren ganz persönlichen Beweggründen, ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Paritätischen zu absolvieren, erzählten aktuelle und ehemalige „FSJ‘ler“ in einer moderierten Gesprächsrunde. Die Möglichkeit, sich vor der endgültigen Berufswahl zu orientieren und ein soziales Arbeitsfeld kennenzulernen, spielte bei den meisten Jugendlichen auf dem Podium eine große Rolle. „Mich hat vor allem das große Bildungsangebot beim FSJ gereizt“, sagte Insansa Michel, der sein Freiwilliges Soziales Jahr in einer heilpädagogischen Schule in Gifhorn ableistet. Natascha Shcherbakova, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim Paritätischen Hameln bereits beendet hat, erklärte, warum diese Erfahrung so wichtig für sie war: „Es gibt beim FSJ so viefältige Möglichkeiten, zu lernen und sich auszubilden. Ich habe im FSJ viele Erfahrungen gesammelt, einige davon haben meine Berufswahl bestimmt, so dass ich jetzt Sonderpädagogik in Hannover studiere.“

Insana Michael, Humair Ali und Jasemin Yilmaz sind drei von vielen aktuellen „FSJ‘lern“ beim Paritätischen, die einen Migrationshintergrund haben - künftig sollen es noch mehr werden. Denn das FSJ ist nicht nur ein hilfreiches Bildungsangebot für junge Menschen mit Migrationshintergrund, diese jungen Menschen wirken in den Einrichtungen, vor allem im Kinder- und Jugendbereich, oft als wichtige Vorbilder und Identifikationsfiguren. „Wir wollen deshalb ab sofort stärker an Migrantenorganisationen herantreten und mit ihnen zusammenarbeiten“, sagte Jutta Plümer vom IJGD-Landesverband.