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PMS 51/10 v. 20.12.2010

Arbeitsverdichtung ist unerträglich: Paritätischer kämpft für Erhöhung der Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege

Mit einem eindringlichen Brief hat sich Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., an die Arbeitnehmervertreter in den Gremien der Kranken- und Pflegekassen gewandt. Sie macht auf die derzeitige Situation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der ambulanten Pflege aufmerksam und beschreibt die vergleichsweise geringen Entgeltsteigerungen vergangener Jahre bei gleichzeitig zunehmender Arbeitsverdichtung - ein Trend, der zum Attraktivitätsverlust der Pflegeberufe beiträgt und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels verheerende Auswirkungen haben wird. Der Paritätische kämpft daher vehement für eine Erhöhung der Vergütungen, die den Leistungen und dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessener ist.

Die Verhandlungen zwischen den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege und den Verbänden der gesetzlichen Krankenkassen sind im vollen Gange. Die Kassen bieten eine Erhöhung um 1,15 % - viel zu wenig für die Arbeit, die die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der ambulanten Pflege täglich leisten. Denn die Kassen refinanzieren nicht den tatsächlich erbrachten Arbeitsaufwand, sondern rechnen strikt nach Leistungskomplexen ab. Hinzu kommt, dass die Entgeltsteigerungen der letzten Jahre immer deutlich hinter denen anderer Branchen zurückgeblieben sind. „Dadurch hat sich der Effekt einer immer weitergehenden Arbeitsverdichtung ergeben“, beschreibt Cornelia Rundt die Lage in der Branche. „Man kann die Art und Weise der Vergütung durchaus als Akkordvergütung bezeichnen.“

Vor allem die Situation älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der Pflege gestaltet sich schwierig. „Wir haben hier eine erhebliche Krankenquote, die auf die schwere körperliche Arbeit bei höchster Arbeitsverdichtung zurückzuführen ist“, erklärt Cornelia Rundt. Sie fordert die Kassenvertreter daher auf, gerade für diesen Kreis der engagierten Mitarbeiter und Mitarbeierinnen eine Entlastung durch Reduzierung der Arbeitsverdichtung zu schaffen. „Gerade diese Gruppe von überwiegend Arbeitnehmerinnen bedarf dringend der Solidarität insbesondere der Arbeitnehmervertreter in den Selbstverwaltungsgremien“, sagt Cornelia Rundt.

Die dringend nötige angepasste Entgelterhöhung in der ambulanten Pflege ist angesichts der Situation ihrer Beschäftigten mit hoher Arbeitsverdichtung und fehlender Kopplung mit einer Tarifentwicklung nicht nur längst überfällig, um die engagierte Arbeit leistungsgemäß zu würdigen. Eine Erhöhung wäre auch ein dringend benötigtes Signal für die Zukunft. Denn wenn der Beruf der Altenpflegerin aufgrund der beschriebenen Arbeitsbedigungen weiterhin als unattraktiv empfunden wird, kann er in der Konkurrenz zu anderen Berufen nicht bestehen. Doch der Pflegebedarf wird aufgrund des demografischen Wandels steigen - die Branche benötigt dringend Nachwuchs. „Wir gehen hier sehenden Auges auf einen dramatischen Fachkräftemangel zu“, warnt Cornelia Rundt.