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PMS 02/11 v. 24.01.2011

Paritätischer stellt zukunftsweisendes Projekt für soziale Daseinsvorsorge im ländlichen Raum vor

Um die Versorgung älterer Menschen und Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf im ländlichen Raum effektiv und dauerhaft sicherzustellen und weiter zu verbessern, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. heute dem Landkreis Friesland exemplarisch ein zukunftsweisendes Konzept vorgestellt. Das „Paritätische Konzept für eine soziale und gesundheitliche Daseinsvorsorge im ländlichen Raum am Beispiel des Landkreises Friesland“ ist eine niedersachsenweit anwendbare Konzeption, die bestehende Ressourcen nutzt und bündelt, um den neuen gesellschaftlichen Herausforderungen durch den demografischen Wandel und dem „Ausbluten“ des ländlichen Raums entgegenzuwirken. „Dieses zukunftsweisende, zielgerichtete Konzept ermöglicht es älteren und hilfebedürftigen Menschen im ländlichen Raum, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben und alle sozialen und gesundheitlichen Dienste in Anspruch nehmen zu können. Keiner wird unterversorgt oder muss sich vom gesellschaftlichen Leben abgekoppelt fühlen nur weil er auf dem Land lebt“, erklärt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V..

Der demografische Wandel wird künftig dafür sorgen, dass die Zahl älterer und hilfebedürftiger Menschen kontinuierlich steigt. Gerade in ländlichen Gebieten, in denen die soziale und gesundheitliche Versorgung zum Teil nicht ausreicht und mehr und mehr zersplittert, besteht dringender Handlungsbedarf. Wichtige Einrichtungen wie Post, Einzelhandel oder Arztpraxen werden ersatzlos geschlossen. Diese Unterversorgung, kombiniert mit einem fehlenden Informationsfluss und erschwerten Erreichbarkeiten, prägt die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Um diesem Trend entgegenzuwirken und älteren und hilfebedürftigen Menschen im peripheren Raum ein selbstbestimmtes, selbstständiges Leben zu ermöglichen, hat der Paritätische Niedersachsen ein umfassendes Konzept entwickelt, das zunächst exemplarisch für den Landkreis Friesland vorgestellt wird, prinzipiell aber niedersachsenweit angewendet werden kann. Der Schwerpunkt liegt in der Vernetzung und Koordination der bereits bestehenden Angebote, um die Bürger und Bürgerinnen zielgerichtet und „aus einer Hand“ beraten und versorgen zu können.

Unter dem Dach einer Koordinationsstelle „Daseinsvorsorge“ in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands sollen diese Aspekte vereint und eingebunden werden. Am Beispielslandkreis Friesland lässt sich besonders anschaulich skizzieren, wie die bereits vorhandene Bandbreite sozialer Dienstleistungen und Unterstützungsmöglichkeiten genutzt werden soll. So bietet der Kreisverband Friesland bereits jetzt eine Vielzahl sozialer Dienste wie ambulante Pflege, Mahlzeiten- und Fahrdienste und einen Tante-Emma-Laden auf Rädern an, die in der Summe wichtige Versorgungslücken schließen. Hinzu kommen die Kontakt- und Informationstelle für Selbsthilfe, unter deren Dach rund 120 Selbsthilfegruppen kooperieren, und die Mitgliedsorganisationen im Paritätischen Friesland, die selbst eine große Bandbreite an Themen und Dienstleistungen offerieren. Zusätzliche Projekte sind in Planung, wie die Gründung einer Freiwilligenkontaktstelle, die ehrenamtliche Arbeit koordiniert, oder das Einrichten eines Bürgerbusses, der bürgernah und bedarfsorientiert den älteren und hilfebedürftigen Menschen zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität verhelfen kann. Alle diese vielfältigen Dienstleistungen, Projekte und Angebote sollen in der Koordinationsstelle „Daseinsvorsorge“ gebündelt werden, die im Wesentlichen auf vier Säulen basiert: Vernetzung, Beratung, Information und Ehrenamt/Selbsthilfe.

- Vernetzung: Alle Angebote werden vernetzt, koordiniert und transparent gestaltet, um eine zielgerichtete und flächendeckende Versorgung zu sichern. Denkbar ist etwa eine Kooperation zwischen niedergelassenen Hausärzten und dem ambulanten Pflegedienst des Paritätischen.

- Beratung: Durch die Vernetzung und Verzahnung der Angebote erhalten die Adressaten Informationen und Dienstleistungen „aus einer Hand“. Unter dem Dach des Paritätischen können bestehende Strukturen genutzt werden um auch räumliche Erreichbarkeit zu gewährleisten.

- Information: Die Angebote, von Öffnungszeiten über Konzepte bis hin zu detallierten Vorstellungen der teilnehmenden Einrichtungen werden über verschiedene Medien und Kommunikationsformen (Vorträge, Flyer, Internetauftritt, Seniorenwegweiser) verbreitet.

- Ehrenamt/Selbsthilfe: Das bestehende Angebot kann durch Ehrenamtlichkeit sinnvoll ergänzt werden und eröffnet zugleich die Chance, den älteren Menschen auch auf der sozialen und emotionalen Ebene gerecht zu werden. Mit seinen Selbsthilfekontaktstellen und Freiwilligenagenturen hält der Paritätische auch hier vielerorts kompetente Kooperationspartner vor.

„Durch die Verzahnung der Angebote können die knappen Ressourcen zielgerichtet und effizient eingesetzt werden, um Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum nachhaltig zu sichern“, fasst Cornelia Rundt zusammen. „Unser zukunftsweisendes Konzept wird ländliche Regionen nachhaltig stärken und weiterentwickeln.“