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PMS 08/11 v. 07.03.2011

„Frauenquote“ und familienfreundliche Arbeitsplätze - für den Paritätischen seit über 20 Jahren eine Selbstverständlichkeit!

Eine gerechte Verteilung von Frauen und Männern in Führungspositionen und familienfreundliche Betriebe - die Themen, über die Politik und Medien immer wieder diskutieren, ohne dass sich in den meisten Betrieben groß etwas ändert, sind für den Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. ein alter Hut. Während in anderen Firmen noch gezögert wird, eine Frauenquote einzuführen, ist diese für den Paritätischen schon seit über 20 Jahren selbstverständlich, ebenso wie die Schaffung eines familienfreundlichen Arbeitsverhältnisses. „Frauenquote und Sonderurlaube für Eltern sind für uns seit über 20 Jahren ganz normal und gehören längst zum Alltag“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V.. „Die immer wieder aufgewärmte Diskussionen über diese Themen sollte in der heutigen Zeit eigentlich überflüssig sein“, ergänzt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V..

Cornelia Rundt und Sebastian Böstel - dass der zweiköpfige Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. mit einer Frau und einem Mann besetzt ist, ist kein Zufall. Seit Juni 1989 wendet der Paritätische den ersten Teil seines Namens - die Parität, die Gleichheit - auf die Verteilung von Arbeitsplätzen nach Geschlecht an. Das gilt nicht nur für sämtliche Abteilungen, Neueinstellungen und Auszubildende, sondern setzt sich bis in die Führungsebenen fort: Auch Vorstand und Verbandsrat inklusive Vorsitz sind selbstverständlich paritätisch besetzt. Warum in anderen Bereichen, etwa in der freien Wirtschaft, Frauen in Führungspositionen noch immer die seltene Ausnahme sind, ist für den Vorstand des Paritätischen nicht erklärbar. „Wir haben mit der paritätischen Besetzung des Vorstands und Verbandsratsvorsitzes nur beste Erfahrungen gemacht, die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar“, erklären Cornelia Rundt und Sebastin Böstel einstimmig.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. verabschiedete seine „Richtlinien zur Verbesserung der beruflichen Situation der weiblichen Beschäftigten“ am 20. Juni 1989, im Dezember 1994 wurden diese, leicht ergänzt, zur „Betriebsvereinbarung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“.  Die Richtlinien legten schon damals die Grundsätze fest, mit denen der Landesverband bis heute erfolgreich arbeitet. Sie beginnen bei dem Verfassen von Stellenausschreibungen, die grundsätzlich beide Geschlechter ansprechen und so formuliert sein sollen, dass sich Frauen zu einer Bewerbung motiviert fühlen. Schon 1989 wurde festgelegt, bei Neueinstellungen sowie der Besetzung höherwertiger Stellen Frauen bei gleicher Qualifiaktion so zu berücksichtigen, „dass eine vorhandene Überrepräsentation von Männern abgebaut wird“.

Auch in Sachen familienfreundlicher Betrieb hat der Paritätische Niedersachsen bereits früh hohe Maßstäbe gesetzt. Ebenfalls am 20. Juni 1989 wurde die „Betriebsvereinbarung über Sonderurlaub/Elternurlaub“ unterzeichnet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben soll, „die Erfordernisse der Kleinkinderziehung einerseits und die spätere Wiederaufnahme der Tätigkeit im Verband anderseits miteinander in Einklang bringen zu können“. Um dies umzusetzen, bietet der Paritätische Niedersachsen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Ablauf der gesetzlichen Elternzeit ein zusätzliches Jahr „Elternurlaub“ an - ein Angebot, das regen Zuspruch findet. Allein in der Landesverbandsgeschäftsstelle gibt es in fast jeder Abteilung zahlreiche Eltern, die diese Form des Sonderurlaubs teils mehrfach genutzt haben - und anschließend ihr Arbeitsverhältnis beim Paritätischen Niedersachsen wiederaufgenommen haben, auf Wunsch auch in Teilzeit. Erst im vergangenen Jahr begrüßten wir eine Mitarbeiterin zurück, die sich nach ihrem Elternurlaub zunächst komplett aus den Berufsleben zurückgezogen hatte und nun, 16 Jahre später, wieder an alter Stelle arbeitet. Ein anderes Beispiel ist die Kollegin mit Migrationshintergrund, die einst als Auszubildende beim Paritätischen anfing, für ihre Kinder den Elternurlaub zweimal in Anspruch nahm, und nach jeweils vier Jahren an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte.

Ein weiteres Plus ist, dass im Elternurlaub befindliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen und sich weiterbilden können.  Auch hier kann fast jeder Abteilungsleiter eine passende Lebensgeschichte erzählen:  Von der Mitarbeiterin etwa, die während des Elternurlaubs ein betriebswirtschaftliches Studium absolvierte. Oder von der Kollegin, die den Sonderurlaub sogar für einen zweiten Studienabschluss nutzte.

Nach über 20 Jahren mit diesen Richtlinien fällt das Fazit rundum positiv aus. „Die Erfüllung bestimmter Frauenquoten und familienfreundliche Arbeitsverhältnisse sind keine Wunderdinge, sondern sinnvolle Richtlinien, die für ein sehr gutes Betriebsklima sorgen“, sagt Sebastian Böstel. Und seine Vorstandskollegin Cornelia Rundt ergänzt: „Es ist schade, dass in anderen Betrieben noch immer über Quotierungen und Familienfreundlichkeit gesprochen und gestritten werden muss, die für den Paritätischen seit 20 Jahren zum Alltag gehören.“