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PMS 13/11 b v. 18.04.2011

Paritätischer warnt vor „Zwangsrekrutierung“ bei Pflege und Erziehung!

Der Vorschlag einiger Politiker, den Bundesfreiwilligendienst mit Hartz IV-Empfängern zu bestücken und so künftig fehlende Zivildienstleistende zu ersetzen, stößt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. auf große Kritik. Natürlich wäre es sehr wünschenwert, wenn auch ältere Arbeitslose Interesse am neuen Bundesfreiwilligendienst zeigen würden - der Paritätische würde eine derartige Entwicklung sehr begrüßen. Doch das Wort „Interesse“ ist hierbei von entscheidender Bedeutung: Es ist wichtig, dass dieses Interesse freiwillig ist und aus eigener Überzeugung verwirklicht wird.

„Wer sich für einen Bundesfreiwilligendienst etwa in der Pflege oder in der Erziehung interessiert, muss von alleine ein gewisses Gefühl für diese Arbeit und für die Menschen mitbringen, die er im Rahmen dieser Tätigkeit betreuen wird - er darf nicht dazu „verdonnert“ werden“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

Denn wo Menschen quasi zwangsrekrutiert werden, um Hilfebedürftige oder Kinder zu betreuen, sind Konflikte vorprogrammiert, unter denen letztlich die zu betreuenden Menschen leiden, deren Betreuung dann nicht als gewinnbringendes Engagement aus Überzeugung, sondern womöglich als lästige Pflichtaufgabe angesehen wird. Und eben diese zu betreuenden Menschen, ob Kinder oder Hilfebedürftige, hätten einer derartigen Betreuung aus eigener Kraft nichts entgegenzusetzen - genausowenig, wie sie sich gegen den realitätsfernen Vorschlag der Politik zur Wehr setzen können.