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PMS 20/11 v. 23.06.2011

Paritätischer fordert bessere Unterstützung der Schuldnerberatungsstellen - Kinder leiden immer mit!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. fordert eine bessere finanzielle Unterstützung der Schuldnerberatungsstellen, um mehr verschuldete Haushalte unterstützen zu können. „Gut acht Prozent aller deutschen Haushalte, also gut drei Millionen, sind überschuldet, doch nur gut ein Zehntel von ihnen nimmt die Hilfe der Schuldnerberatungsstellen in Anspruch. Mehr Unterstützung können die meisten Beratungsstellen mit den vorhandenen Mitteln nicht leisten“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V.. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, beteiligt sich der Paritätische an der „Aktionswoche Schuldnerberatung 2011“, die von Montag, 27. Juni, bis Freitag, 1. Juli, stattfindet.

Unter dem diesjährigen Aktionsmotto „Finanzierung der Schuldnerberatung“ will die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV), der auch der Paritätische angehört, die Aktionswoche vom 27. Juni bis 1. Juli nutzen, um die Öffentlichkeit für die Situation überschuldeter Haushalte zu sensibilisieren und dabei die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Verhinderung von Armut und sozialer Ausgrenzung der betroffenen Familien und deren Kindern deutlich zu machen.

Die Gründe, die am häufigsten zur Verschuldung eines Haushaltes führen, sind Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Krankheit. „In vielen Fällen trifft die Überschuldung immer gleich die ganze Familie“, sagt Cornelia Rundt. Ohne fachliche Beratung finden überschuldete Familien nur schwer die Kraft, ihre Probleme alleine zu lösen. Vor allem Alleinerziehende sind überproportional häufig von Überschuldung betroffen. „Und die Kinder leiden immer mit, die Kinderarmut steigt weiter“, erklärt Cornelia Rundt.

Um mehr betroffenen Familien zu helfen, müssen die Schuldnerberatungsstellen besser ausgestattet werden. Gute, kompetente Beratung hilft nicht nur den Betroffenen, sondern ist auch gesellschaftlich sinnvoll, weil die sozialen Kosten als Folge einer nicht bewältigten Überschuldung ungleich höher sind als die Kosten einer Beratung. Die präventive Arbeit der Schuldnerberatungsstellen hingegen bekämpft die Entwicklung von Armut und gibt den betroffenen Menschen wieder eine Perspektive für die Zukunft.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. und seine Mitgliedsorganisationen unterhalten in Niedersachsen zehn Schuldnerberatungsstellen, die vom Land Niedersachsen als Beratungsstellen für Insolvenzverfahren anerkannt sind. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, den hilfesuchenden Klientinnen und Klienten den Weg zur Schuldenbefreiung im Sinne des Insolvenzverfahrens zu ebnen. Die Schuldnerberatungsstellen sind vor Ort ein wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur. Sie arbeiten häufig in Kooperation mit anderen örtlichen Beratungsstellen und öffentlichen sozialen Diensten und gemeinsam mit den Ratsuchenden an der Stabilisierung der individuellen Situation und an der Erarbeitung von Perspektiven für die verschuldeten Menschen und ihre Familien. Bundesweit gibt es rund 1.000 gemeinnützige Beratungsstellen von Schuldnerberatungs- und Verbraucherverbänden.