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PMS 23/11 v. 07.07.2011

Bewusste Entscheidung von Eltern für ihr behindertes Kind darf nicht von finanziellen Konsequenzen abhängen!

Im Zusammenhang mit der Debatte über Präimplantationsdiagnostik und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Diskussion über die Zulassung von Gentests an Embryonen macht der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. darauf aufmerksam, dass es werdenden Eltern weiterhin möglich sein muss, eine bewusste Entscheidung für die Geburt eines Kindes auch dann zu treffen, wenn das Kind behindert oder von einer Behinderung bedroht ist, ohne dass dabei finanzielle Folgen die Entscheidungsfreiheit eingrenzen oder gar nehmen. Der Paritätische Niedersachsen warnt daher eindringlich davor, Eltern behinderter Kinder künftig stärker finanziell zu belasten.

Der Paritätische Niedersachsen ruft die Arbeits- und Sozialministerkonferenz auf, bei ihrer Neuregelung für die Eingliederungshilfe die Diskussionen um die Präimplantationsdiagnostik in ihre Überlegungen zur Neustrukturierung einzubeziehen und ihre ersten Überlegungen zur vollen finanziellen Heranziehung der Angehörigen von Menschen mit Behinderungen fallen zu lassen. Eltern, die sich für ein behindertes Kind entscheiden, müssen sich weiterhin der Solidargemeischaft aller sicher sein können und auch finanzielle Unterstützung erfahren. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass den Eltern, die sich trotz Behinderung vorbehaltlos zu ihrem Kind bekannt haben, deswegen nun die alleinige finanzielle Verantwortung aufgedrückt wird.

Eltern sollten ihre Entscheidung für ihr Kind entsprechend ihren persönlichen Wertvorstellungen, unter ethischen und medizinischen Gesichtspunkten fällen können, ohne sich zusätzlich von möglicherweise weitreichenden finanziellen Auswirkungen beinflussen lassen zu müssen.

„Es muss auch künftig die Möglichkeit geben, dass Eltern vorbehaltlos ja zu ihrem Kind sagen können, auch wenn eine Behinderung droht, ohne dass diese Entscheidung den finanziellen Ruin einer ganzen Familie bedeutet“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.