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PMS 30/11 v. 14.09.2011

Paritätischer kritisiert Entscheidung des schleswig-holsteinischen Landtags zum Glücksspiel: Suchtabhängige und soziale Projekte sind die Verlierer!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. kritisiert die am heutigen Mittwoch erfolgte Liberalisierung des Glücksspielmarktes in Schleswig-Holstein und warnt vor den daraus resultierenden Folgen: Suchtgefährdete Menschen werden durch den erleichterten Zugang zu Online-Poker, Online-Casino und privaten Wettanbietern künftig sehr viel schneller in gefährliche Abhängigkeit geraten. „Schleswig-Holstein leistet der Spielsucht damit enormen Vorschub“, kritisiert Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Um in die gefährliche Spirale der Spielsucht zu geraten, muss nun niemand mehr sein Haus verlassen und offizielle Spielstätten aufsuchen. Der erste Schritt in die Abhängigkeit, die oft in eine Schuldenspirale übergeht und nicht selten bei krimineller Beschaffung für den nächsten Spieleinsatz endet, kann nun auch mit politischem Rückenwind ganz anonym daheim getan werden.“

Der Paritätische Niedersachsen betrachtet die zunehmende Kommerzialisierung des Glücksspielmarktes schon seit Monaten  mit größter Sorge. Er spricht sich für eine bundesweite, kohärente Regelung des Glücksspiels und gegen den vom Land Schleswig-Holstein eingeschlagenen Sonderweg aus.

Dem Vorspiegeln immer größerer Gewinne und der immer aufdringlicher werdenden Werbung kann man sich schon jetzt kaum entziehen, in Schleswig-Holstein wird beides sicher zunehmen und labilen Menschen weitere Gefährdungspotenziale bieten. „Es kann nicht angehen, dass der risikobehaftete und stark suchtgefährdende Markt des Glücksspiels in die Hand nicht kontrollierbarer und nur auf Gewinn bedachter privater Anbieter gegeben wird und Jugendschutz und Suchtbekämpfung dabei auf der Strecke bleiben“, sagt Cornelia Rundt. Die Veranstaltung von Glücksspielen muss der öffentlichen Hand vorbehalten bleiben!

Für die Suchtbekämpfung wird es sogar noch schwerer werden, und das ausgerechnet in einer Situation, in der sie aufgrund der zu erwartenden steigenden Zahl an neuen Spielsüchtigen dringender denn je gebraucht werden wird. Denn mit der Liberalisierung des Glücksspiels gefährdet Schleswig-Holstein gleichzeitig die Konzessionsabgaben, die unter anderem in Niedersachsen für soziale Projekte, auch zur Suchtbekämpfung, verwendet werden.

Weniger Hilfangebote für mehr Spielsüchtige ist also zusammengefasst der „Einsatz“, mit dem Schleswig-Holstein ins Spiel geht.  „Bei dieser Entscheidung kann es nur Verlierer geben“, meint Cornelia Rundt.