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PMS 33/10 v. 30.09.2011

Tag der älteren Menschen: Altersarmut muss bekämpft und Pflege neu geregelt werden!

Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am Samstag, 1. Oktober, erinnert der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. daran, dass die Sorgen vieler älterer Menschen in Deutschland in Anbetracht steigender Altersarmut und fehlender Pflegereformen immer größer werden. „Die Menschen, die heute älter sind, haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut. Es ist die Pflicht unserer Gesellschaft, diesen Menschen nun angemessene Rahmenbedingungen für ein Alter in Würde und Sicherheit zu bieten“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

Zu niedrige und weiter abnehmende Renten werden in naher Zukunft für einen zusätzlichen Anstieg der Altersarmut sorgen. Der Paritätische schätzt, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren auf über zehn Prozent ansteigen wird. Die jüngsten Vorschläge der Bundesregierung zur Rentenreform lassen keine Lösung erkennen. „Die vorgeschlagene Rentenreform ist substanzlose Gesetzeskosmetik, die für nur wenige Personen in Betracht kommt und die Kriterien einer armutsfesten Rente nicht erfüllt“, sagt Cornelia Rundt.

Ältere Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, leiden zudem unter der nicht ausfinanzierten Pflege, ein Problem, das nach wie vor politisch ungelöst und erneut vertagt ist. Hier sind endlich Lösungen gefordert, vor allem für dementiell erkrankte Menschen, die bislang durch das Raster der Pflegeversicherung fallen. Hier fordert der Paritätische erneut die derzeit entscheidungsunwilligen und vielleicht sogar -unfähigen Politiker und Politikerinnen auf, die Steuerfinanzierung der pflegerischen Versorgung zu prüfen. „Die flächendeckende Versorgung Demenzkranker und die Entlastung ihrer oft überforderten Angehörigen sind wichtiger als ideologische Grabenkämpfe der Regierungskoalition um unrealistische Wahlversprechen in Form von scheinbaren Steuersenkungen“, so Cornelia Rundt.

Begrüßenswert ist, dass viele Seniorinnen und Senioren heutzutage ganz andere Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung des Alters haben und diese auch engagiert nutzen. Der Paritätische Niedersachsen weiß um den großen und ausdauernden Einsatz der vielen älteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die noch im verdienten Ruhestand wertvolle und hoch geschätzte freiwillige Arbeit zum Wohl der Gemeinschaft leisten.

„Die Gesellschaft muss sicherstellen, dass die älteren Menschen, die bereits so vieles geleistet haben, sich solange sie wollen und können weiter beherzt engagieren und einen möglichst sorgenfreien Lebensabend genießen können und nicht unversorgt ins Abseits geraten wenn sie pflegebedürftig oder demenzkrank werden“, sagt Cornelia Rundt.