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PMS 37/11 v. 04.11.2011

Bessere Leistungen für dementiell erkrankte Menschen: Ein erster Schritt auf einem noch sehr langen Weg

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. begrüßt das Signal der Bundeskoalition, die Beiträge für die Pflegeversicherung zu erhöhen, um dementiell erkrankte ältere Menschen künftig besser zu unterstützen. „Dieser Schritt ist überfällig“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Dementiell erkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen sind viel zu lange durch alle Raster gefallen und alleine gelassen worden.“ Dass die Erhöhung der Unterstützung dementiell erkrankter Menschen mit einer Erhöhung der Beiträge einhergeht, ist für den Paritätischen Niedersachsen verständlich. „Gute Pflege kostet Geld, und die Leistungen müssen dringend angepasst werden“, sagt Cornelia Rundt.

Der Paritätische Niedersachsen weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die geplante Leistungserhöhung für dementiell erkrankte nur ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zur Pflegereform und einer allgemeinen deutlichen Verbesserung der Pflegesituation in  Deutschland für alle Betroffenen sein kann. Das Jahr 2011 wurde vom ehemaligen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler zum „Jahr der Pflege“ ausgerufen, doch wenige Wochen vor Ende des Jahres ist von diesem Ruf nicht mehr viel übrig geblieben. Anstatt sich endlich den dringlichen Problemen der Pflege zu widmen, die von Fachkräftemangel über immer schwerer werdende Zugänge zu Leistungen bis hin zu einer absolut unzureichenden Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes reichen, bleibt die Erinnerung an die Farce der wieder und wieder verschobenen Pflegereform.

Der Paritätische Niedersachsen ruft daher die Bundesregierung auf, sich nicht auf ihrer jüngsten Idee auszuruhen, sondern die geplante Änderung des Pflegeversicherungsgesetzes vielmehr als Startschuss zu einer umfassenden und dringend benötigten Pflegereform zu betrachten und endlich Nägel mit Köpfen zu machen. 

„Die Leistungserhöhung für dementiell erkrankte Menschen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber auch nicht mehr“, sagt Cornelia Rundt. „Um die Pflegesituation in Deutschland dauerhaft auf einen geraden Kurs zu bringen, liegt noch viel Arbeit vor der Bundesregierung, und diese Arbeit muss oberste Priorität haben!“