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PMS 21/12 v. 09.07.2012

Jugendschutz mit Augenmaß statt Ablenkungsmanöver!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. hat die Pläne der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bezüglich eines schärferen Ausgehverbots für Minderjährige mit großer Verwunderung und Skepsis zur Kenntnis genommen. „Unter 16-Jährige ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten ab 20 Uhr von Veranstaltungen auszuschließen, kann die Möglichkeiten der Jugendlichen, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen, stark einschränken“, sagt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

Geht es nach den in den Medien kursierenden Vorschlägen, müssten etwa abendliche Theaterbesuche mit der Schulklasse tabu sein, wenn im Foyer Sekt ausgeschenkt wird. „Das kann kein ernst gemeinter, gut durchdachter Vorschlag sein, sondern klingt eher nach einem verzweifelten Schnellschuss“, meint Cornelia Rundt.

Natürlich ist es unstrittig, dass Alkoholprävention gerade bei Minderjährigen richtig und wichtig ist. Deswegen hält Deutschland eine strenges Jugendschutzgesetz vor, das den Verkauf von Alkohol an Minderjährige verbietet. „Wenn die Prävention an dieser Stelle scheitert, müssen die Kontrollen beim Verkauf und Ausschank dringend angepasst werden“, sagt Cornelia Rundt. „Es kann aber nicht sein, dass Minderjährige deswegen auf kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe verzichten müssen. Frau Schröder sollte sich lieber wieder den anderen wichtigen Themen wie Kinderarmut, Schaffung von Kita- und Krippenplätzen und Elterngeld widmen.“