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PMS 27/12 v. 31.08.2012

Absurde Situation: Zahl der Ausbildungsabbrecher steigt - Förderprojekte müssen trotzdem um Fortbestand kämpfen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. schlägt Alarm angesichts einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes laut der mehr als zwei Millionen Deutsche unter 34 Jahren keinen Berufsabschluss haben. Der Plan von Bund und Ländern, die Zahl der Ausbildungsabbrecher bis 2015 zu halbieren, kann somit als gescheitert betrachtet werden. „Die Politik muss diese erschreckende Tendenz als Weckruf verstehen und Projekten, die dieser Entwicklung entgegen treten, nicht die Mittel kürzen, sondern sie unbedingt weiter fördern!“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

In Niedersachsen gibt es mit dem Jugendwerkstättenprogramm eine ganz besondere Möglichkeit, jungen, erwerbslosen Menschen mit Eingliederungshemmnissen und besonderem sozialpädagogischem Förderbedarf durch arbeitsmarktorientierte Qualifizierung, Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, soziale Integration und Bewältigung individueller Probleme auf Ausbildung, Beruf oder Angebote der beruflichen Integration vorzubereiten. Ende 2013 soll dieses Programm auslaufen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. setzt sich dafür ein, dass die erfolgreiche Arbeit der Jugendwerkstätten auch nach 2013 fortgesetzt werden kann. Denn Jugendwerkstätten tragen in besonderem Maße zur Bekämpfung sozialer Ausgrenzung bei und schaffen Integrationschancen für die vielen jungen Menschen, die anderenfalls Gefahr laufen, „durch alle Netze zu fallen“. Die Arbeit der Jugendwerkstätten gilt es deshalb zu stärken und auszubauen.  „Es ist doch geradezu absurd, dass gerade diese vorbildlichen Projekte, mit denen etwas gegen die eklatant hohe Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss getan wird, von massiven Kürzungen betroffen sind“, sagt Sebastian Böstel.

Ein neues Jugendwerkstättenprogramm muss insbesondere den Bedürfnissen der jungen Menschen mit erheblichen Förderbedarfen gerecht werden, die langfristige Maßnahmen benötigen, in denen sie individuell und ohne Zeitdruck gefördert werden und Schlüsselqualifikationen trainieren können. „Was die Jugendwerkstätten brauchen, ist eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung, sodass diese Jugendlichen eine faire Chance bekommen und die Zahl der Abbrecher reduziert werden kann“, sagt Sebastian Böstel.  „Eine Kürzung würde diese jungen Menschen mit ihren Problemen alleine und ihre Potenziale ungenutzt lassen. Das ist ein Luxus, den wir uns gerade in Zeiten des Fachkräftemangels nicht leisten können.“