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PMS 23/13 v. 20.12.2013

Schulsozialarbeit braucht gemeinsame Verantwortung von Bildungs- und Sozialpolitik: Paritätischer Niedersachsen wirbt für Aktionsplan

Um die wichtige Aufgabe der Schulsozialarbeit als Angebot der Jugendhilfe in den Fokus zu rücken und auch nach dem Auslaufen des Bildungs- und Teilhabepakets zu sichern, hat sich der Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. mit einem eindringlichen Brief an die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt, die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sowie die jugend- und schulpolitischen Sprecher und Sprecherinnen der Landtagsfraktionen gewandt. In dem Schreiben wirbt der Paritätische für einen gemeinsamen Aktionsplan von Bund, Ländern und Kommunen, der einen flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit ermöglicht. „Ziel ist es, dass künftig an allen allgemeinbildenden Schulen ausreichend sozialpädagogische Fachkräfte zur Unterstützung von gelingenden Bildungs- und Sozialisationsprozessen zur Verfügung stehen“, erläutert Birgit Eckhardt vom Vorstand des Paritätischen Niedersachsen.

An über 60 Schulen in Niedersachsen bieten die rechtlich selbständigen Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Niedersachsen Angebote der schulbezogenen Jugendsozialarbeit und der Grundschulsozialarbeit an. Darüber hinaus sind Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Niedersachsen in vielfältigen Bezügen mit und in Schule tätig, sei es mit Angeboten im Ganztagsschulbereich, durch Kooperationsprojekte zwischen offener Jugendarbeit und Schule, Angeboten zur Berufsorientierung oder mit Präventions- und Bildungsangeboten für Schülerinnen und Schüler. „Die Schulsozialarbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um soziale Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen abzubauen und junge Menschen in ihrer schulischen, sozialen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen“, sagt Birgit Eckhardt.
 
Durch das Bildungs- und Teilhabepaket konnten die Kommunen mit Beteiligung Freier Träger die bestehenden Angebote der Schulsozialarbeit ausbauen und erweitern. Mit dem Auslaufen des Bildungs- und Teilhabepaketes Ende 2013 droht nun vielen dieser Angebote das Aus. Nicht überall wird es gelingen, die bisher über das Bildungs- und Teilhabepaket finanzierten Stellen mit kommunalen Mittel fortzuführen.

Im Schreiben bittet der Vorstand des Paritätischen Niedersachsen die Ministerinnen und politischen Vertreter, sich insbesondere für den Erhalt der Vielfalt der Freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe einzusetzen. Gerade die fachliche Kompetenz und Erfahrung der Freien Träger trägt maßgeblich dazu bei, neue Sichtweisen auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu öffnen und Netzwerke zwischen Schule und Jugendhilfe weiterzuentwickeln.

„Die Schulsozialarbeit bedarf einer gemeinsamen Verantwortung von Bildungs- und Sozialpolitik und der Entwicklung eines gemeinsamen erweiterten Bildungsverständnisses von Schule, Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit“, sagt Birgit Eckhardt. „Wir begrüßen die Ankündigung der Landesregierung zum Ausbau der Schulsozialarbeit und werden die Entwicklung eines landesweiten Konzeptes gerne fachlich begleiten.“