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PMS 06/14 v. 25.04.2014

Paritätischer erfreut, aber auch verwundert über plötzliche Einsicht der Kostenträger

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.  hat die Aussage von Gernot Kiefer, Vorstand des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der sich für eine deutlich bessere Bezahlung von Pflegekräften einsetzt, durchaus erfreut, aber auch mit Verwunderung zur Kenntnis genommen: „Die Chuzpe des Kassenverbandes ist unglaublich“, sagt Christian Boenisch, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen. „Die schlechte Bezahlung unserer Pflegekräfte ist schließlich das direkte Ergebnis des rigiden Verhandlungsgebarens der Kassen! Sie verweigern sich seit Jahren der erforderlichen Vergütungsverhöhungen, die eine Refinanzierung höherer Gehälter erlauben würden. Vor diesem Hintergrund jetzt öffentlich bessere Bezahlungen zu fordern, ist eine Verdrehung der Tatsachen und unverschämt.“

Dass die wichtige Arbeit der Pflegekräfte nur unzureichend vergütet wird, darauf weist der Paritätische Niedersachsen seit Jahr und Tag hin. Eine Erhöhung der Vergütung ist - neben einer allgemeinen Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens der Pflegeberufe - dringend erforderlich, um die Arbeit angemessen zu würdigen, das Personal zu halten, es nicht weiter von der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung abzukopplen und neue Fachkräfte zu gewinnen, die gerade in Zeiten des demografischen Wandels immer dringender gebraucht werden. Gerade unter diesen Gesichtspunkten würde der Paritätische Niedersachsen seinen Pflegekräften nur zu gerne mehr zahlen! Doch die Refinanzierung des Gehalts erfolgt aber ausschließlich über die Pflegeentgelte - deren Erhöhung die Kassen bislang immer blockiert haben. „Vielleicht führt ja diese plötzliche Einsicht der Kassen jetzt zu einer Abkehr von ihrer starren Verhandlungstaktik. Dann können wir auch das neue gemeinsame Ziel erreichen und die Pflegekräfte besser bezahlen“, sagt Christian Boenisch.