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PMS 09/14 v. 15.07.2014
Christian Boenisch (links) und Franz Haverkamp.

Schulassistenz: Mehr als nur ein Kostenfaktor!

Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. und Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. veranstalten gemeinsame Fachtagung zum Thema Schulassistenz.

Über 90 Fachleute kamen am Dienstag, 15. Juli 2014, in Hannover zusammen, um gemeinsam über die derzeitige Situation von Schulassistenzen in Niedersachsen zu diskutieren. Zur Begrüßung sagte der  Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen Christian Boenisch: „Gerade in Zeiten von Inklusion ist die Schulassistenz ein wichtiger Faktor und ein erster Baustein für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Wir sehen die UN-Behindertenrechtskonvention nicht als zusätzliche Komplikation, sondern als Chance und wollen von Beginn an aktiv an ihrer Umsetzung beteiligt sein.“ Der Landesvorsitzende der Lebenshilfe Niedersachsen, Franz Haverkamp, ergänzte: „Ich finde es sehr kritisch, dass das Thema Schulassistenz derzeit fast nur unter finanziellen Gesichtspunkten diskutiert wird. Es darf nicht sein, dass die Interessen und rechtlichen Ansprüche von Kindern zwischen den Mühlen der unterschiedlichen Kostenträger zermahlen werden.“

Zunächst wurden vom Fachberater der Lebenshilfe Niedersachsen, Florian König, die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Schulassistenz vorgestellt. Im Anschluss berichtete Sandra Polleschner von der Leibniz Universität Hannover über Chancen, Grenzen und Erwartungen an die Schulassistenzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich in Workshops mit den verschiedenen Perspektiven auseinander.

Der Paritätische Niedersachsen und die Lebenshilfe Niedersachsen fordern, dass Menschen mit Behinderungen „ihre“ Schule frei wählen können – so, wie es dem Wunsch- und Wahlrecht entspricht. Ebenso muss sichergestellt sein, dass frei gemeinnützige Träger bei der Gestaltung von inklusiven Schulen und inklusivem Unterricht von Beginn an einbezogen werden. „Wir verstehen Inklusion als Prozess und werden uns immer wieder im Sinne der Betroffenen zu Wort melden“, erklärten Christian Boenisch und Franz Haverkamp einstimmig.