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PMS 23/15 v. 13.07.2015

Jugendwerkstätten leisten wichtigen Beitrag: Land muss schnelle Lösungen zur Fortsetzung der guten Arbeit schaffen!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. begrüßt, dass das Land die Arbeit der Jugendwerkstätten in Niedersachsen weiter fördern wird, kritisiert jedoch, dass durch die neue Förderrichtlinie einige Jugendwerkstätten nicht mehr ausreichend finanziert werden können. „Die geänderte Berechnungsgrundlage der Personalkosten hat für die Träger der Jugendwerkstätten zu gravierenden finanziellen Nachteilen geführt“, erklärt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. „Wir haben die Erwartung an das Land, schnelle Lösungen zu finden, damit alle Jugendwerkstätten mit den vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Arbeit im Sinne der jungen Menschen fortführen können. “

Die rund 100 Jugendwerkstätten in Niedersachsen unterstützen junge Menschen mit sozialen Problemen und Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf. Sie bieten jungen Menschen, die Vermittlungshemmnisse auf dem Arbeitsmarkt und einen erhöhten Förderbedarf haben, die Möglichkeit, durch produktives und sinnstiftendes Arbeiten berufliche Grundkenntnisse zu erwerben. Durch die Vermittlung allgemein- und berufsbildender Inhalte und eine sozialpädagogische Begleitung erfolgt eine individuelle Förderung und Qualifizierung sowie die Vorbereitung auf weitere Maßnahmen und eine Ausbildung.

Gefördert werden die Jugendwerkstätten in der Regel im Rahmen des niedersächsischen Jugendwerkstättenprogramms aus Landesmitteln, Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), und kommunalen Jugendhilfemitteln. Die bisherige Förderrichtlinie ist zum 30. Juni 2015 ausgelaufen. Seit dem 1. Juli 2015 soll die Förderung auf Grundlage einer neuen Richtlinie des Landes erfolgen, die bisher allerdings noch nicht in Kraft getreten ist.

„Dass die Richtlinie noch nicht wirksam ist, bedeutet für unsere Träger ein enormes Risiko“, sagt Birgit Eckhardt. „Die Jugendwerkstätten können zwar ihre Arbeit für die jungen Menschen im Rahmen eines vorläufigen Maßnahmebeginns fortsetzen, können sich aber nicht sicher sein, ob sie tatsächlich gefördert werden und wie die endgültigen Berechnungsgrundlagen der Förderung aussehen.“ Problematisch ist dies gerade auch für kleinere Träger, da alle Ausgaben zunächst vorfinanziert werden müssen.

„Dort, wo für die Träger finanzielle Probleme durch die neue Richtlinie entstehen, müssen schnell Lösungen gefunden werden“, fordert Birgit Eckhardt. „Das Land hat sich klar und deutlich für den Erhalt der Jugendwerkstätten ausgesprochen, nun ist es in der Pflicht, dieses Versprechen auch einzulösen!“