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PMS 25/15 v. 17.07.2015

Patientenberatung muss unabhängig bleiben!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. fordert den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), auf, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) fortzuführen und die Entscheidung, diesen gesetzlichen Auftrag an die Sanvartis GmbH zu vergeben, rückgängig zu machen. „Die Beratung seitens der UPD ist kostenlos, neutral und unabhängig, während die Servatis GmbH in der Vergangenheit bereits als Dienstleister für Krankenkassen in Erscheinung getreten ist“, erklärt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. „Patientenberatung ist Vertrauenssache. Wie in den anderen Bundesländern auch gibt es in Niedersachsen flächendeckend bereits Angebote unabhängiger Patienberatung, die sich bewährt haben und fest etabliert sind. Dieses Netz wird durch die Entscheidung zerstört. Dazu kommt die Sorge, dass die Nähe von künftigem Dienstleister und Krankenkasse zu Interessenkonflikten führen könnte und die bestehende Unabhängigkeit gefährdet.“

Die UPD berät seit 2006 rund um das Thema Gesundheit sowie bei psychosozialen Problemen im Umgang mit Krankheiten. In Niedersachsen unterhält sie zwei Standorte, die beide von paritätischen Mitgliedsorganisationen betrieben werden: dem SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. in Hannover und dem Gesundheitszentrum Göttingen e.V.  in Göttingen. In den UPD-Einrichtungen, deren erfahrene Beraterinnen und Berater nun um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen, erhalten Rat suchende Menschen Unterstützung bei rechtlichen und medizinischen Fragen, die sich oft auf Probleme in Zusammenhang mit der Krankenkasse beziehen. „Diese sensiblen Hilfestellungen einem kassennahen Dienstleister zu übertragen, entspricht in keiner Weise den Vergabekriterien für eine Unabhängigkeit und Neutralität in der Patientenberatung“, sagt Birgit Eckhardt.

Der Paritätische Niedersachsen spricht sich daher deutlich für einen Fortbestand der Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Patientenberatung aus. „Hilfe suchende Menschen in gesundheitlichen Notlagen müssen auch weiterhin unabhängige Beratung erhalten, damit sie ihre Rechte kennen und auf Augenhöhe mit Ärzten und Kassen kommunizieren können. Diese Beratung kann und darf nicht von Lobbyinteressen beeinflusst werden!“ fordert Birgit Eckhardt.