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PMS 32/15 v. 03.09.2015

Schulische Inklusion zügiger vorantreiben: Niedersachsen darf sich nicht weiter vom Bundesschnitt abhängen lassen!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. begrüßt den Gesetzentwurf des Landes über die Finanzierung der schulischen Inklusion und appelliert zu dessen schneller Umsetzung:  Wie die heute veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, steht Niedersachsen im bundesweiten Vergleich der schulischen Inklusion im Gegensatz zu anderen Ländern schlecht da. „Die Kommunen benötigen Unterstützung, um die baulichen und personellen Maßnahmen zur Inklusion zügiger voranzutreiben, damit Niedersachsen sich nicht noch weiter von den anderen Bundesländern abhängen lässt!“ sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.

Zwar sei, laut Bertelsmann-Studie, die Quote der Kinder mit Förderbedarf, die in Niedersachsen auf eine Regelschule gehen, mit 23,3 Prozent so hoch wie noch nie seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern, die hier Spitzenwerte von bis zu 68,5 Prozent erzielen, ist diese Zahl allerdings erschreckend gering“, sagt Birgit Eckhardt.  Auch der Bundesdurchschnitt liegt mit 31,4 Prozent deutlich über dem niedersächsischen Wert. „Diese Zahlen belegen es, andere Länder machen es vor: Die Umsetzung der Inklusion kann schneller realisiert werden, als es in Niedersachsen bisher der Fall war.  Die dafür erforderlichen Mittel sind da. Schließlich hat Niedersachsen bereits 1,13 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen bis Mitte diesen Jahres erwirtschaftet, ein Teil davon könnte hier eingesetzt werden“, erklärt die Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.

Darüber hinaus muss Niedersachsen auch älteren Kindern und Jugendlichen inklusive Schulbildung anbieten - und das in allen Schulformen. Die Studie kritisiert, dass die Chancen auf Inklusion mit steigender Klassenstufe und höherer Bildungsstufe bundesweit sinken. „Inklusion darf nicht mit dem Verlassen der Grundschule aufhören“, sagt Birgit Eckhardt. „Schulische Inklusion bedeutet die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen am gemeinsamen Lernen, unabhängig von Schulform oder Klassenstufe. Auch hier darf Niedersachsen nicht den Anschluss verlieren und muss das gesamte Schulwesen sowie Ausbildungsplätze inklusiv ausrichten.“