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PMS 01/16 v. 22.01.2016
Bei der Übergabe der Koffer, von links: Josefine (Schülerin), Birgit Eckhardt (Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V.), Minosch (Schüler), Andy (Schüler), Antje Stegemann (Lehrerin), Christoph (Bundesfreiwilliger), Philipp (Schüler, alle Werkstattklasse der Schule am Wieter) sowie Christine Huster, Geschäftsführerin Werk-statt-Schule.

100 Koffer für niedrigschwellige Integration: Paritätischer und Werk-statt-Schule unterstützen Sprachunterricht mit praktischem Hilfsmittel

Um Flüchtlinge schnell und niedrigschwellig an die deutsche Sprache heranzuführen, hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. gemeinsam mit seiner Mitgliedsorganisation Werk-statt-Schule e.V. Northeim 100 Exemplare des Hilfekoffers „SPOK“ (Sprache - Orientierung - Kontakt) produzieren lassen, der demnächst in paritätischen Mitgliedsorganisationen und Kreisverbänden, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, zum Einsatz kommen wird. „Sprache ist das wichtigste Instrument zur schnellen Integration“, erklärte Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, anläßlich der Kofferübergabe am Freitag in Hannover. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Koffer ein Hilfsmittel anbieten können, das zum leichten Spracherwerb beiträgt und den Ehrenamtlichen, die sich in der Sprachförderung engagieren, als Hilfestellung dient.“

Entwickelt und konzeptioniert wurde der Koffer im Rahmen eines Migrationsprojekts der Werk-statt-Schule. Der Koffer ist gefüllt mit Büchern, Spielen und anderen Lehrmaterialien, auch Vokabelhefte und Schreibuntensilien sind enthalten. „Das Konzept hat uns überzeugt und begeistert, sodass wir 100 Koffer in Auftrag gegeben haben, die wir niedersachsenweit in unseren Mitgliedsorganisationen und Kreisverbänden einsetzen werden“, sagte Birgit Eckhardt. Ermöglicht wird dies durch die Spende im Zusammenhang mit der NDR-Benefizaktion „Hand in Hand“ zugunsten der Flüchtlingsarbeit des Paritätischen. „Wir betrachten das Projekt Sprachhilfekoffer als Hilfe zur Selbsthilfe und freuen uns sehr, dass es durch die Förderung und Verbreitung des Paritätischen Niedersachsen eine so tolle Wertschätzung erfährt“, sagte Christine Huster, Geschäftsführerin der Werk-statt-Schule.

Zuständig für die Herstellung zahlreicher Materialien und Befüllung des Koffers waren sieben Schülerinnen und Schüler der Werkstattklasse Einbeck der Schule am Wieter, einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung in Trägerschaft der Werk-statt-Schule. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Antje Stegemann waren sie mit zur Kofferübergabe nach Hannover gereist.

„Unser Werkraum war ganz vollgestellt mit Kartons und Koffern“, berichtete die 15-jährige Josefine, die vor allem für das Sortieren der einzelnen Arbeitsblätter und farbigem Kennzeichnen der Vokabelhefte zuständig war. Philipp, 14, war fast drei Tage lang damit beschäftigt, 5000 fünf mal fünf Zentimeter große Kärtchen zum Buchstaben lernen zurechtzuschneiden. „Das hat schon Spaß gemacht, aber wurde mit der Zeit ein bisschen langweilig“, erklärte er.  Andere Schüler wie der 16-jährige Minosch und der 17-jährige Andy sortierten Materialien und kontrollierten das richtige Befüllen der Koffer.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Kinder verteilten unter anderem 8000 Memorykarten, 260 Stoffbeutel, 800 Bücher und je 100 Stifte, Radiergummis und Anspitzer in die Koffer.  In Hannover erklärten sie übereinstimmend, dass sie nicht nur stolz auf ihre geleistete Arbeit sind, sondern auch darauf, dass sie mit dem Koffer anderen Menschen helfen können, schnell deutsch zu lernen.