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PMS 05/16 v. 07.03.2016
Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., verleiht den Paritätischen Sozialpreis 2015 an Dr. Volker Bullwinkel, Geschäftsführer des Paritätischen Göttingen.

Paritätischer Kreisverband Göttingen erhält Paritätischen Sozialpreis für "Bonveno"-Projekt

Bei seiner Jahreskonferenz in Soltau hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. seinen Kreisverband Göttingen mit dem Paritätischen Sozialpreis 2015 ausgezeichnet. Der Kreisverband habe sich die Auszeichnung durch seine maßgebliche Beteiligung an der Bonveno gGmbH redlich verdient, betonte die Vorsitzende des Landesverbandes, Birgit Eckhardt, in ihrer Laudatio. Bonveno betreut unter anderem eine Wohnanlage zur Unterbringung von Flüchtlingen. Der mit 1500 Euro dotierte Paritätische Sozialpreis würdigt beispielhaftes soziales Engagement. Die 120 Teilnehmer der Paritätischen Jahreskonferenz debattierten drei Tage lang über die Weiterentwicklung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e.V.

„In der aktuellen Flüchtlingssituation und den damit verbundenen großen sozialpolitischen Herausforderungen hat der Paritätische Göttingen vorbildlich dazu beigetragen, große Not zu lindern“, sagte Birgit Eckhardt bei der Verleihung des Paritätischen Sozialpreises. Als die Stadt Göttingen vor einem Jahr den Betrieb einer Wohnanlage für Flüchtlinge ausschrieb, bewarben sich die Wohlfahrtsverbände in der Stadt als Bietergemeinschaft. Der Paritätische Kreisverband war daran maßgeblich beteiligt. Die Bietergemeinschaft erhielt den Zuschlag, gründete die Bonveno Göttingen gemeinnützige GmbH und nahm den Betrieb auf. Inzwischen leistet Bonveno für mehr als 300 Menschen Flüchtlingssozialarbeit – von der Unterstützung bei sämtlichen Alltagsbesorgungen über Vermittlung von therapeutischen Hilfen bis zur Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen. Freiwillige Helfer ermöglichen Deutschkurse und Kinderprogramm.

Dr. Volker Bullwinkel, Geschäftsführer des Paritätischen Göttingen, war sichtlich überrascht über die Auszeichnung. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis und sind sehr stolz darauf“, sagte er. Die Auszeichnung werde er mit den MitarbeiterInnen des Kreisverbands würdig begehen: „Wir werden feiern und dabei das bisher Geleistete noch einmal Revue passieren lassen – und natürlich auch Pläne für die Zukunft schmieden.“

Etwa 120 MitarbeiterInnen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e.V., seiner Kreisverbände und Tochterunternehmen sowie die Mitglieder des Verbandsrats diskutierten vom 2. bis 4. März in Soltau unter dem Motto „Quo vadis Pari?“ über Erkenntnisse, Aufforderungen und Folgen, die sich aus dem sogenannten Wertedialog des Gesamtverbandes ergeben. Die TeilnehmerInnen sprachen über Inklusion, Demenz und Bürgerengagement, über Genossenschaften, Schulsozialarbeit und die Zukunft der Pflege. Und über die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Niedersachsen kommen. „Die große Herausforderung für unsere Gesellschaft ist die Integration dieser Menschen“, sagte Birgit Eckhardt und stellte klar, dass Integration keine Einbahnstraße ist: „Wir werden uns Veränderungen stellen müssen, wir müssen über unsere ideellen Grundlagen sprechen.“ Ein Wertedialog der gesamten Gesellschaft sei nötig, um das Zusammenleben von hier Geborenen und MigrantInnen, von Jungen und Alten, von Reichen und sozial Benachteiligten zu verbessern.

Einen starken Impuls für die Debatte setzte Dr. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband. Er stimmte die TeilnehmerInnen mit einem kurzweiligen Parforce-Ritt durch die Geschichte des Wohlfahrtsverbandes auf die Jahreskonferenz ein. Quintessenz: Seit mehr als 90 Jahren setzt sich der Paritätische Wohlfahrtsverband mit seinen Mitgliedsorganisationen für die Schwachen in der Gesellschaft ein – und wird das auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit Mut, Elan und Ausdauer tun.