Kreisverband:
Freiwilligen-Agenturen

"Das Wenige, das du tun kannst, ist viel."  (Albert Schweitzer)   

Die Bereitschaft, sich freiwillig und unentgeltlich für andere Menschen zu engagieren, ist ungebrochen. Das belegen repräsentative Umfrageergebnisse: Bundesweit sind etwa 70% der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich aktiv, wobei 36% hierbei sogar längerfristige Aufgaben und Arbeiten übernommen haben. Immer mehr Menschen verfügen - durch kürzere Arbeitszeiten, Arbeitslosigkeit oder Frühpensionierung - über immer mehr freie Zeit, die sie immer häufiger sinnvoll nutzen möchten. Es entsteht die Motivation, etwas für andere und zugleich etwas für sich selbst zu tun. Dabei sollen andere Menschen kennengelernt und eine herausfordernde Tätigkeit gefunden werden. Die Entwicklung zur Zivilgesellschaft ist dieser Trend zur Mitwirkung wichtig und gewünscht.

Die Aufgabe der Freiwilligen-Agenturen ist es, die Idee des Engagements zu fördern und Menschen zu unterstützen, die aktiv werden möchten. Die Freiwilligen-Agenturen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen e.V. verstehen sich hier als Vermittler, sie bringen Angebot und Nachfrage zusammen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Gelegenheitsstrukturen zu schaffen und Wege zu ebnen, um Kontakte zwischen Freiwilligen und Organisationen, Vereinen und Verbänden herzustellen und Synergien zu nutzen. Neben einer professionellen Beratung und Begleitung steht die Vermittlung der richtigen Person für die passende Tätigkeit hierbei im Vordergrund.

"Große Bedeutung hat inzwischen der Gestaltungswille: Viele Ehrenamtliche hegen das Bedürfnis, die Gesellschaft mitgestalten zu können und Einfluss zu nehmen auf das Geschehen in der Gemeinde oder der Stadt. Besonders innovative und zeitlich begrenzte Projekte wie z. B. ein Mitmachtag eignen sich hervorragend, um Menschen bürgerschaftliches Engagement näherzubringen.

Auch die Politik hat erkannt, dass sich der Sektor der Freiwilligenarbeit zu einer stabilen und sich entwickelnden gesellschaftlichen Größe der Bürgergesellschaft ausgebildet hat. Öffentliche Aufklärung und Werbekampagnen haben zu einem besseren Bild der Freiwilligentätigkeit in der Bevölkerung beigetragen. Um so bedauerlicher ist, dass es bis heute keine Bereitschaft gibt für eine dauerhafte Finanzierung der Freiwilligen-Agenturen. Die daraus resultierende Suche nach geeigneten Fördertöpfen, Evaluationsvereinbarungen oder auch das Erstellen zeitaufwendiger Verwendungsnachweise übersteigen inzwischen das erforderliche Maß an Selbstverwaltung und beeinträchtigen die praktische Arbeit der Agenturen. Um bürgerschaftliches Engagement weiter voranzubringen, bedarf es sowohl der Förderung und Anerkennung dieser Aktivitäten als auch der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen durch die Politik.

Eine Gesellschaft braucht das Miteinander, braucht Menschen, die sich für andere oder das Gemeinwohl einsetzen. Dazu ist es jedoch dringend notwendig, entsprechende Finanzierungsmodelle vorzuhalten, um bürgerschaftliches Engagement auch weiterhin professionell begleiten zu können.