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Aktuelles

Nachfolgend finden Sie den Bericht des Fachtags vom 12.10.2011. Sie können sich den Beitrag sowie weitere Fotos mit Kommentaren auch in der Rubrik "Sitzungen/Protokolle" herunterladen!
 
 
  
Fachtag des Arbeitskreises Sprachheilarbeit im Paritätischen Niedersachsen
  
Am 12.Oktober 2011 fand in Langenhagen im Pfarrhaus der Evangelisch-lutherischen Emmaus-Kirchengemeinde ein Fachtag des Arbeitskreises Sprachheilarbeit statt. 60 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niedersachsen waren angereist.
 
Nach der Begrüßung durch Frau Irmgard Fricke, der Vorsitzenden des Arbeitskreises, eröffnete Herr Sebastian Böstel in seiner Funktion als Vorstand des Paritätischen Niedersachsen mit Grußworten das interessante Programm. In seinem Beitrag verwies er auf die Bedeutung der Sprache als wichtigstes Kommunikationsmittel, gerade in der modernen Gesellschaft, deren Kommunikation stark durch elektronische Medien und technische Möglichkeiten geprägt ist. Sprachliche Kompetenzen ermöglichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und sind daher für die individuelle Entwicklung und für die Entwicklung der Gesellschaft von besonderer Bedeutung.
 
Leider konnte der geplante Vortrag von Herrn Dr. Alfons Welling „Sprachförderung – Sprachtherapie – Komplexleistung - im wissenschaftlichen Vergleich“ aufgrund einer akuten Erkrankung des Referenten nicht stattfinden.
 
Durch die spontane Bereitschaft der Gäste aus dem Niedersächsischen Landessozialamt, Herrn Werner Welp, Fachgruppenverantwortlicher „Sozialhilfe/Einrichtungen“, und Herrn Manfred Flöther, Sprecher der Fachberatung im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen, ist es gelungen, den vakanten Programmpunkt höchst interessant zu füllen.
 
Herr Welp unterrichtete die Teilnehmer unter anderem über Bestrebungen der Politik zur Reform der Eingliederungshilfe. Er betonte die Qualität und die Bedeutung der Sprachheilkindergärten und konnte berichten, dass dies auch im Haus des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, nicht in Frage gestellt wird, da u. a. die in den Einrichtungen geleistete Arbeit eine Teilhabe in der Gesellschaft ermöglicht. Die aktuelle Prüfung der teilstationären Sprachheileinrichtungen durch den Landesrechnungshof war ein weiterer Punkt in seinen Ausführungen.
Die Tagungsteilnehmer freuten sich sehr über die wertschätzenden Worte, die Herr Welp und im Anschluss auch Herr Flöther im Namen der Fachberatung an das Publikum richtete.
 
In dem Vortrag von Herrn Flöther kamen die Anlaufschwierigkeiten der zentralen Abrechnungsstelle der AOK zur Sprache. Herr Flöther berichtete von klärenden Gesprächen, die im August 2011 stattfanden. Er konnte Befürchtungen, dass die SMS (Sozialmedizinische Stellungnahme) auch im teilstationären Bereich vermehrt zum Tragen kommt, ausräumen. Diese Maßnahmen beziehen sich in der Regel für den stationären Bereich. Die Einbeziehung des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) der AOK, die in den letzten Monaten einige Male vorgekommen ist, soll nicht zum Regelfall werden, sondern war durch den betriebsinternen Rechtfertigungsdruck vor der eigenen Rechnungsstelle begründet.
 
Zudem ergänzte er die von Herrn Welp unter dem Stichwort „Zukunftsvertrag“ vorgetragenen Ausführungen mit Blick auf die Eingliederungshilfe im Sprachheilwesen und verwies darauf, dass die Verhandlungen noch keine abschließenden Vorschläge erbracht haben. Zur Diskussion um die „Inklusion“ wurde auf die aktuellen Mitteilungen des Kultusministeriums verwiesen, nach denen das Wahlrecht der Eltern gestärkt und die Kompetenz der Schulen durch Qualifizierungen der Lehrkräfte verbessert werden sollen.
 
Im Anschluss an die Mittagspause, die nicht nur für das leibliche Wohl diente, sondern in der ausführlich die Gelegenheit zum informellen Austausch genutzt wurde, wurde gespannt auf den nächsten Beitrag geblickt.
 
Frau Margret Marten, Leiterin des Sprachheilkindergartens Langenhagen und Percy Garve, Sprachheilpädagoge in diesem Sprachheilkindergarten, hielten einen Vortrag mit dem Titel: „Pädagogische Qualität am Beispiel des Sprachheilkindergartens Langenhagen“. Das vorgestellte Konzept wurde mit dem Grundgedanken erarbeitet, die pädagogische Qualität der Arbeit sicherzustellen und überprüfbar zu machen. Es wurde dabei deutlich, dass sich Qualität durch ein entsprechendes Konzept nicht nur adäquat messen, sondern durch die intensive Auseinandersetzung in Folge konsequent erhöhen lässt.
 
Nach kurzer kommunikativer Pause ging es weiter mit einer Studie über die Schulperspektiven von ehemaligen Sprachheilkindergartenkindern, erstellt und vorgetragen von Margret Marten und Dr. Dieter Ullrich, HNO- und Kinderarzt in eigener Praxis.
Die Ergebnisse dieser Studie sprechen im Hinblick auf die Beschulungsmöglichkeiten und die erreichten Schulabschlüsse von ehemaligen Sprachheilkindergartenkindern eine deutliche Sprache. Detaillierte Ergebnisse können Sie dem Vortrag im Anhang entnehmen.
 
Im Anschluss an die Beiträge konnten die Teilnehmer die vorgetragenen Informationen direkt hinterfragen und mit den Referenten diskutieren. Davon wurde ausgiebig Gebrauch gemacht.
 
Im letzten Block hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, aktuelle Fragen an die anwesenden Fachberater zu stellen. Da aber erfreulicherweise die ganze Tagung von Offenheit und Kommunikationsfreude geprägt war, blieben nicht mehr allzu viele Fragen zu beantworten.
Für den Arbeitskreis „Sprachheilarbeit“ im Paritätischen Niedersachsen dankte Frau Fricke dem Fachberatungsteam (Frau Kuhn und die Herren Flöther, Harke und Schlüter) für ihre aktive Beteiligung und Bereicherung des Fachtages.
 
Zum Abschluss bedankte sie sich auch bei den aktiv mit diskutierenden Gästen, vor allem aber bei der Referentin und den Referenten. Hohe Fachkompetenz und Engagement zeichnen die Beiträge aus und machen Freude auf nächste gemeinsame Veranstaltungen.