Kreisverband:
Straffälligen- und Bewährungshilfe
Der Paritätische in Niedersachsen hat 795 Mitgliedsorganisationen, von denen 16 zum Arbeitskreis Straffälligen- und Bewährungshilfe gehören.
 
Hier setzen sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen engagiert und professionell für Menschen ein, die straffällig geworden bzw. von Straffälligkeit bedroht sind.
 
Die Schwerpunkte der Arbeit unterscheiden sich je nach Einrichtung. Zu den Arbeitsfeldern gehören:
  • Anlaufstellen für Straffällige
  • Sozialtherapeutische Wohngruppen für Haftentlassene (gem. § 67 SGB XII)
  • Ambulante sozialpädagogische Angebote für straffällige Jugendliche (gem. § 10 JGG)
  • Berufsvorbereitung junger Menschen
  • Projekte zurIntegration in den Arbeitsmarkt
  • Konfliktschlichtung, Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote für gefährdete Jugendliche und Schulverweigerer
Regelmäßig werden mit den Fachpolitiker/innen der Niedersächsischen Landtagsfraktionen Gespräche zu relevanten rechtspolitischen Themen geführt und auf den hohen gesellschaftlichen Stellenwert der Hilfeangebote für Straffällige hingewiesen.
 
Die Einrichtungen legen Wert auf eine ständige Weiterentwicklung und Reflexion ihrer Arbeit, um das hohe Qualitätsniveau beizubehalten. Neben Maßnahmen wie Supervision beteiligen sie sich an Forschungsprojekten zur Evaluation ihrer Tätigkeiten. Das Projekt „Straffälligenhilfe imWandel der FH Ostfalia konnte im Januar 2010 abgeschlossen werden. Die Ergebnisse dieser Evaluation von Einrichtungen im Paritätischen werden im Sommer 2010 publiziert.
 
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e. V. vertritt die Überzeugung, dass Täterhilfe unabdingbare Prophylaxe zur Vermeidung neuer Straftaten ist.
 
Seit 1998 führt der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. unter der Federführung der Mitgliedsorganisationen des AK Straffälligen- und Bewährungshilfe regelmäßig überregionale Fachveranstaltungen zu aktuellen Themen durch, u. a.:
 
  • 2001 Möglichkeiten der therapeutischen Arbeit mit Sexualstraftätern nach der Haftentlassung in Einrichtungen der Straffälligenhilfe
  • 2003 Entwicklung der sozialen Dienste in der Strafrechtspflege und Vernetzung mit freien Trägern
  • 2006 Ist Resozialisierung noch zeitgemäß?
Im Herbst 2010 wird eine überregionale Fachveranstaltung die aktuellen Entwicklungen des Jugendstrafrechts in den Blick nehmen und die Diskussion pro oder contra Jugendarrest, pro oder contra Ambulante sozialpädagogische Trainingsmaßnahmen weiter befördern.
 
Neben der Durchführung dieser Veranstaltungen wirken die Mitglieder des Arbeitskreises in Fachgremien auf Landes- und Bundesebene mit wie in den Projektbeiräten zu JustuS und QUESD, dem Arbeitskreis Straffälligen-, Bewährungs- und Opferhilfe des Paritätischen Gesamtverbandes oder dem Expertenkreis der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen.