Kreisverband:
Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI)

Die Kurzzeitpflege ist eine stationäre Leistung: es ist sozusagen ein Heimaufenthalt auf Zeit. Die Leistung ist möglich, wenn Häusliche Pflege zeitweise nicht möglich ist. Das kann sein, wenn die Pflegeperson selbst nicht pflegen kann, aber beispielsweise auch im Anschluß an einen Krankenhausaufenthalt, wenn das Zuhause noch nicht auf die Versorgung eingerichtet ist.

Die Leistung der Kurzzeitpflege steht ohne Wartezeit zur Verfügung, also direkt nach einer Einstufung (es gibt keine Wartezeit wie in der Verhinderungspflege).

Die Leistung der Kurzzeitpflege steht für maximal 28 Tage im Jahr zur Verfügung, mit einem Betrag von maximal 1.612,- € (bei Pflegegrad 2 - 5). Wird im Anschluß das Budget der Verhinderungspflege genutzt, verlängert sich die Nutzungsdauer auf bis zu 56 Tage.

Die Kurzzeitpflege kann von Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 können zwar die Kurzzeitpflegeeinrichtung besuchen, haben aber keinen Anspruch auf den Betrag von 1.612,- €.

Kurzzeitpflege wird in speziellen Kurzzeitpflegeeinrichtungen, aber meist auch in vielen Pflegeheimen, als sogenannte "eingestreute" Kurzzeitpflege, angeboten. Die Kurzzeitpflege kann man daher auch gut 'nutzen', um eine stationäre Einrichtung kennen zu lernen und um heraus zu finden, ob man hier dauerhaft leben möchte.

Zur Finanzierung der Kurzzeitpflege sind auch folgende andere Leistungen zusätzlich möglich:

Kurzzeitpflege auch in Rehabilitaitonseinrichtungen möglich

In begründeten Einzelfällen können Rehabilitationseinrichtungen auch Kurzzeitpflegeleistungen anbieten und abrechnen, beispielsweise wenn ein Patient (der normalerweise auch Pflegeperson ist) zur Rehabilitation kommt und seinen von ihm betreuten Pflegebedürftigen mitbringen möchte/muss. Dann kann die Rehabilitationseinrichtung auch den Pflegebedürftigen mit aufnehmen und im Rahmen der Leistung der Kurzzeitpflege seine Versorgung mit abrechnen. Oder eine junge Pflegebedürftige will nicht in einem Altenpflegeheim die Kurzzeitpflege nutzen, sondern in der ihr bekannten Rehaeinrichtung.

Sonderfall Kinder

Bisher gab es vor allem für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche (bis zum vollendeten 25. Lebensjahr) kaum oder keine geeigneten Kurzzeitpflegeeinrichtungen. Deshalb gibt es seit dem 01.07.2008 folgende Sonderregelung, die 2012 (nun bis 25 Jahre statt nur bis 18 Jahre) und 2015 (jetzt ohne Altersbeschränkung) verbessert wurden:

Pflegebedürftige Kinder können auch in anderen Einrichtungen, beispielsweise der Behindertenhilfe, Kurzzeitpflegeleistungen in Anspruch nehmen, selbst wenn diese Einrichtungen gar keinen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen haben. Die Pflegekasse kann nun die vergleichbaren Kosten zu einer (normalen) Kurzzeitpflegeeinrichtung übernehmen. In solchen Fällen sollte vorher mit der Pflegekasse Kontakt aufgenommen werden.