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PMS 04-09 b

Schule muss sich für Sozialarbeit öffnen

Der Paritätische Niedersachsen diskutiert über selektionsfreie Strukturen

„Schule ist ein wesentlicher Schlüssel bei der Frage nach sozialen Chancen“, meint Ulla Klapproth, Vorsitzende des Verbandsrates des Paritätischen Niedersachsen. Sie ergänzt: „Durch die schulische Bildung, die nach wie vor stark von der Herkunft abhängig ist, werden gesellschaftliche Strukturen und auch Probleme geschaffen. Deshalb ist eine engere Kooperation von Schulträgern und Wohlfahrtspflege wünschenswert, um die gesellschaftliche Teilhabe und Integration insbesondere von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu verbessern.“ Dieses sei ein Schlüsselthema für die Zukunft, das zudem von entscheidender Bedeutung bei der Bekämpfung von Armut sei.

Der Verbandsrat hat aktuell eine innerverbandliche Diskussion im Paritätischen Niedersachsen angeregt. Dabei soll geklärt werden, in welcher Form begleitende soziale Angebote die Bildungschancen sichern und verbessern kann. „Ziel soll sein, Rahmenbedingungen für eine selektionsfreie Schule zu benennen, denn Bildung ist nicht nur für jeden Einzelnen wichtig, sondern das Fundament der modernen Bürgergesellschaft“, umreißt Ulla Klapproth die Fragestellung. Bildungs- und Sozialpolitik müssten als Einheit betrachtet werden, um den gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können. Die Verbandsratsvorsitzende betont: „Schule und Wohlfahrtsverbände müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten ausbilden können. Deshalb muss beispielsweise intensiv diskutiert werden, welche Maßnahmen, welche bürgerschaftlichen Strukturen und welche Anbindung der Schulen an den Sozialraum notwendig sind.“

Der Paritätische Niedersachsen wird das Thema in den kommenden Monaten intensiv beraten. Ulla Klapproth sagt dazu: „Wir wollen, dass sich etwas ändert. Denn die Bildungschancen sind in kaum einem anderen Land so stark von der Herkunft abhängig wie in Deutschland. Das muss sich ändern, um die Spirale der Reproduktion sozialer Ungleichheit zu durchbrechen.“

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