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PMS 08-09

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt lobt das Eilenriedestift

Betreuung von Dementen in der Paritätischen Mitgliedsorganisation ist „vorbildlich“

„Hier wird etwas für die Menschen getan“, stellte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt beim Besuch des hannoverschen Eilenriedestiftes fest. Heute, am 10. März 2009, begrüßten Günter Famulla, Vorsitzender des Eilenriedestiftes und des Paritätischen Niedersachsen, und Dr. Anton Bilek, Stiftsdirektor, die Ministerin zu einem Besuch der Hausgemeinschaften der Einrichtung. Dort werden 64 demente Menschen in Kleingruppen betreut. Ulla Schmidt lobte das Konzept als vorbildlich. Sie sagte: „Ich habe einen sehr positiven Eindruck gewonnen, hier wird für die Menschen etwas getan.“ Zugleich stellte sie heraus, dass Pflege Geld koste und die Gesellschaft bereit sein müsse, dieses Geld zur Verfügung zu stellen.

Bei ihrem Rundgang durch die Hausgemeinschaften informierten die Einrichtungsleitung, Pflegekräfte sowie Fachärzte die Ministerin über die besonderen Herausforderung bei der Betreuung dementer Menschen. Deutlich wurde, dass die Betreuung in der größten Einrichtung dieser Art in der Region Hannover stark auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner eingeht. Tägliches Aktivieren und Motivieren ist dabei Bestandteil der Pflege und Betreuung, um größtmögliche Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Zugleich gibt es eine enge Einbindung der Angehörigen und von Fachärzten.

An die Ministerin wurden dennoch Forderungen herangetragen. Insbesondere der Personalschlüssel und die Ausbildungssituation müssten nach Auffassung von Einrichtungsleiterin Veronika Radtke-Limberg stark verbessert werden, um den besonderen Bedürfnissen der Dementen auch zukünftig gerecht werden zu können. Schon jetzt fehlten Fachkräfte. Dieses Problem sei vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung dringend anzugehen. Denn, so stimmte Ulla Schmidt zu, mit einem immer längeren Leben „wächst das Risiko an Demenz zu erkranken“. Darauf, so die Ministerin, „müssen wir vorbereitet sein“. Sie wies darauf hin, dass deshalb auch sowohl die familiären Strukturen, als auch das bürgerschaftliche Engagement gestärkt werden müssten und sich Heime, Fachärzte, Apotheken, Kassen, Pflegeversicherung und Familien stärker miteinander vernetzen sollten, um der Herausforderung Demenz entgegen treten zu können. Diese Kooperation der Beteiligten gelinge in den Hausgemeinschaften des Eilenriedestiftes sehr gut, wovon sie sich selbst überzeugt habe.

Günter Famulla resümierte: „Der Besuch der Ministerin ist Ausdruck eines hohen Maßes an Anerkennung für die schwere und sehr anspruchsvolle Arbeit, die hier täglich geleistet wird. Ich hoffe, dass der Besuch der Ministerin hilft, das Thema Demenz weiter zu enttabuisieren und gesellschaftlich und politisch zu bewegen.“

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