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PMS 10-09

Famulla: „Politik darf Vergabe von Heroin-Ersatz nicht länger blockieren“

Der Paritätische fordert schnelle Gesetzesänderung

„Die Heroinvergabeprojekte wie das in Hannover sind von allen Experten bescheinigte Erfolgsmodelle“, meint Günter Famulla, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen. „Es ist ein Skandal, dass sich dieser erfolgreiche Weg, süchtigen Menschen zu helfen, einfach in einer Sackgasse politischem Geplänkels verlieren soll. Wir rufen im Interesse der Menschen die CDU auf, ohne weitere Verzögerung auf Bundesebene die gesetzliche Grundlage zu schaffen, um Schwerstabhängigen weiterhin auf diese Weise helfen zu können.“

Anlass der Kritik des Paritätischen ist die Weigerung der Union, einer notwendigen Gesetzesänderung zuzustimmen. Diese würde die Vergabe von Heroinersatzstoffen unter ärztlicher Aufsicht legalisieren. Das Betäubungsmittelgesetzt verbietet dies bislang. Famulla dazu: „Politik darf Vergabe von Heroin-Ersatz nicht länger blockieren. Ich fordere die Abgeordneten deshalb auf, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Kenntnis zu nehmen und ihren ideologischen Widerstand gegenüber diesem wichtigen Thema aufzugeben. Wir benötigen keine weiteren Studien oder Projekte, denn die Ergebnisse der Modellstudien sind eindeutig.“

Unter anderem zeigt ein Projekt der STEP, einer Tochtergesellschaft des Paritätischen, wie erfolgreich die Vergabe von Ersatzdrogen ist. Unter strenger ärztlicher Kontrolle erhalten Schwerstabhängigen Heroinersatz. Als unbestrittene Folge ist deutlich zu beobachten, die Süchtigen sich aus der Drogenszene lösen und die Wiedereingliederung in das gesellschaftliche Leben möglich ist und stattfindet.

„Es ist unverantwortlich den Menschen gegenüber, ihnen eine erfolgreiche Therapiemöglichkeit zu verweigern. Ohne diese droht ein Rückfall in die Abhängigkeit, die Rückkehr in die Drogenszene mit allen Begleiterscheinungen und speziell bei diesen Abhängigen sogar der Tod. Deshalb muss das Gesetz endlich geändert werden,“ so Famulla.

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