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PMS 11-09

Genselektion muss verhindert werden

Der Paritätische Niedersachsen fordert „Nein“ zur Unterscheidung von lebenswertem und unwertem Leben

Der Paritätische Niedersachsen fordert das Europäische Parlament nachdrücklich auf, dem „Vorschlag für die Empfehlung des Rates für eine europäische Maßnahme im Bereich seltener Krankheiten“ nicht zuzustimmen. Günter Famulla, Vorsitzender, erklärt: „Dieser Bericht enthält einen Änderungsantrag, nach dem die Unterscheidung zwischen lebenswertem und unwertem Leben legitimiert wird. Wortwahl und die dahinter stehende Ethik sprechen Menschen mit Behinderungen oder seltenen Erkrankungen das Lebensrecht ab. Allein die Begrifflichkeit, seltene Krankheiten ‚auszumerzen’, erinnert an eine Ideologie, die wir in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus erleben mussten.“

Das Europaparlament wird sich am 23. April 2009 mit dem Bericht befassen. Es geht unter anderem um eine gezielte Auswahl gesunder Embryonen vor der künstlichen Befruchtung, also um die Tötung von Embryos mit einem entsprechenden Gen. Ein Vorgang, der für den Paritätischen unverantwortbar und ethisch nicht hinnehmbar. Obwohl in Deutschland Genuntersuchungen von ungeborenem Leben verboten sind, muss hier nach Auffassung Famullas auf europäischer Ebene ein deutliches Zeichen gesetzt werden: „Jeder einzelne Abgeordnete ist in der moralischen Pflicht, den Vorschlag abzulehnen. Wir dürfen keine solche Genselektion zulassen.“