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PMS 16-05

Erschreckend hohe Armutsquote in Niedersachsen

Nach Zahlen des Paritätischen leben 15,5 Prozent der Menschen in Armut

„Das ist eine erschreckend hohe Zahl“, zeigt sich Günter Famulla, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen betroffen. Heute, am 18. Mai 2009, hat der Paritätische einen bundesweiten Armutsatlas vorgelegt. Demnach betrug die Quote von in Armut lebenden Menschen 2007 in Niedersachsen 15,5 Prozent. Der Vorsitzende macht deutlich: „Die Ergebnisse zeigen einen akuten politischen Handlungsbedarf. Die Landesregierung muss endlich eine Armuts- und Reichtumsberichterstattung auf den Weg bringen, um daraus politische Ziele und Handlungskonzepte abzuleiten.“

Niedersachsen liegt mit einer durchschnittlichen Armutsquote von 15,5 Prozent nach dem Saarland und dem Stadtstaat Bremen an dritter Stelle der ärmsten Bundesländer in Westdeutschland. Famulla dazu: „Dies ist leider kein Medaillenrang, sondern eine deutliche Warnung, dass sich etwas ändern muss.“ Famulla weist darauf hin, dass die aktuelle Finanzkrise besonders die jetzt schon in Armut lebenden Menschen hart treffen werde. Deshalb seien „dringend Maßnahmen zu ergreifen, um der sozialen Schieflage zu begegnen und die Situation der Menschen zu verbessern. Dass Ende 2006 10,3 Prozent der hier lebenden Menschen eine staatliche Mindestsicherungsleistung erhielten, zeigt vor dem Hintergrund der Armutsquote, dass die Regelsätze für Hartz IV deutlich angehoben werden müssen.“ Es betreffe fast jeden sechsten Niedersachsen.

Die Regionen in Niedersachsen sind unterschiedlich stark von Armut betroffen. So liegt in der sogenannten Raumordnungsregion Ost-Friesland die Quote bei 20,3 Prozent, in den Regionen Göttingen bei 18,5 Prozent und Osnabrück bei 17 Prozent. Auch die Region Hannover mit Nienburg und Schaumburg weist mit 16,3 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Quote auf. Lediglich das Gebiet südlich von Hamburg und die Südheide liegen mit 12,8 beziehungsweise 12,4 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt.

Der Paritätische hat in dem Armutsatlas alle relevanten Daten des Mikrozensus aus den statistischen Landesämter zusammengetragen und ausgewertet. Auf dieser Grundlage gibt der Armutsatlas einen Überblick über den Anteil der Menschen in den sogenannten Raumordnungsregionen, die über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen.

Informationen zum Studiendesign:
Paritätische Forschungsstelle, Dr. Rudolf Martens,
Tel. 030 24636-313, E-Mail: forschung@paritaet.org