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PMS 23-09 v. 31.08.2009

Paritätischer: Arbeitsagenturen steuern in eine verheerende Richtung

Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente führt zu bürokratischer Nabelschau statt zur Vermittlung Arbeitssuchender.

Als die Nürnberger Agentur für Arbeit vor einiger Zeit ihr Konzept der ‚lernenden Organisation’ vorstellte, ahnte noch keiner, welche verheerenden Folgen sich daraus für Arbeitssuchende und Hilfebedürftige ergeben sollten. Zunächst klang alles recht vielversprechend: Anhand von straffen Zielvorgaben sollte die Leistungsfähigkeit der einzelnen Arbeitsagenturen und ARGEn abgebildet und dort miteinander verglichen werden, wo ein Vergleich möglich war. Regelmäßig veröffentlichte Rankings sollten die Effizienz der einzelnen Agenturen abbilden.

„Und an dieser Stelle geht das eigentlich Gutgemeinte nach hinten los. In den Arbeitsagenturen wird das operative Geschäft von Controlling, Steuerung und Rankingplätzen diktiert. Es gibt Hartz IV – Empfänger, denen seit Jahren keine Qualifizierungsmaßnahme mehr angeboten wurde. Um ein gutes Ranking zu erreichen, kümmert sich die Agentur für Arbeit lieber um kurzfristig erfolgversprechendere Kunden. Wichtiger als die nachhaltig erfolgreiche Vermittlung in den Arbeitsmarkt ist jetzt ein guter Platz im Ranking. Angesichts dieses Rankingwahns wird echte Hilfe für Arbeitslose zur Nebensache“, kritisiert Rundt. „Insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitslosenzahlen ist ein schnelles Umdenken bei der Nürnberger Bundesagentur unabdingbar“.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. fordert daher, die überbordende Bürokratie in den Arbeitsagenturen abzubauen und sich wieder verstärkt auf das Kerngeschäft zu konzentrieren: Die erfolgreiche Vermittlung aller Beschäftigungslosen in den Arbeitsmarkt und somit der nachhaltige Abbau von Arbeitslosigkeit.