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PMS 35-09 v. 11.12.09

’Auffällig, schwierig und schwer erreichbar’

Mehr als 100 Experten diskutierten auf Jugendhilfe-Fachtagung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e. V. über den pädagogischen Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen junger Menschen.

„Dass wir es verstärkt mit Jugendlichen zu tun haben, deren Biografien durch instabile Familienverhältnisse, Erfahrung familiärer Gewalt und Missachtung, massiven Schulproblemen und früh einsetzende delinquente Karrieren geprägt ist, ist aus Sicht des Paritätischen auch ein fatales Signal für die gewachsene Zahl prekärer Lebensverhältnisse und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit“, machte Christoph Lampe vom Sprechergremium des Fachbereiches Erziehungshilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e. V. zur Eröffnung einer Jugendhilfe-Fachtagung des Verbandes deutlich.

Ziel der Tagung war es daher, einen Impuls für die notwendige Diskussion um den gewachsenen Bedarf von Jugendhilfeangeboten für junge Menschen mit massiven Problemen zu setzen, einen entsprechenden fachlichen Austausch zu ermöglichen und die Schaffung von Zukunftschancen anzumahnen.
So haben auf Einladung des Paritätischen im Leineschloss Hannover gestern mehr als 100 Experten von Jugendhilfeanbietern und Jugendämtern über die Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung adäquater Hilfsangebote für sogenannte „besonders schwierige Jugendliche“ diskutiert.

Birgit Eckhardt, Abteilungsleiterin im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachen e. V., lobte die Innovationskraft der von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen und anderen Trägern präsentierten pädagogischen Ansätzen. Mit Blick auf die diskutierten Hilfsangebote hob Christoph Lampe hervor, dass alleine fachliche und nicht fiskalische Gesichtspunkte
ausschlaggebend für die Entscheidung über notwendige Hilfen sein darf. Das gilt insbesondere auch für solche Maßnahmen, die im Mittelpunkt der gestrigen Tagung des Paritätischen standen und aufgrund ihres intensivpädagogischen Ansatzes häufig mit höheren Kosten verbunden sind. Daher wird der Paritätische angesichts der sich in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter anspannenden Haushaltslage vieler Kommunen verschärft darauf achten, dass die Jugendhilfe und mit ihr der gesamte Sozialbereich nicht die Zeche für unverantwortliche Spekulationen von Finanzinstituten zu zahlen hat.

Dieser Ankündigung des Paritätischen konnten viele Teilnehmer nur beipflichten, die mit interessanten Eindrücken und Anregungen die Jugendhilfe-Fachtagung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen am Ende des Tages verließen.