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PMS 03-10 v. 25.01.2010

Neue LAG-Vorsitzende Cornelia Rundt fordert bessere Rahmenbedingungen für Pflegeberufe

Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e. V., ist die neue Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW) für das Jahr 2010. Auf dem Neujahrsempfang der LAG in der Landesgeschäftsstelle des Paritätischen in Hannover übernahm Rundt am Montagabend vor mehr als 50 Gästen, darunter Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst, offiziell ihr neues Amt. Cornelia Rundt tritt damit die turnusgemäße Nachfolge von Dr. Hans-Jürgen Marcus, Caritasdirektor des Caritasverbands für die Diözese Hildesheim, an.

In ihrem Grußwort machte Rundt deutlich, dass sie keine Zeit darauf verwenden wird, innezuhalten und sich in ihr neues Amt einzugewöhnen. Zu dringlich sind die vor ihr liegenden Aufgaben. Vor allem das Thema Pflege wird, nicht zuletzt aufgrund der LAG-Imagekampagne „Für soziale Berufe 2010“, ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft in diesem Jahr sein. Kampagnen allein können den Mangel an Fachkräften, oft bedingt durch das zu geringe Ansehen der Pflegeberufe, nicht steigern, auch die Rahmenbedingungen müssen sich ändern, sagte Rundt, die eine Entzerrung der unerträglichen Arbeitsbedingungen durch bessere Personalschlüssel, höhere Löhne und einen Anstieg der gesellschaftlichen Wertschätzung für Pflegeberufe fordert: „Statt dass die Qualität dieser Arbeit immer wieder ungerechtfertigt kleingeredet und kurz und klein geprüft wird, um ein medial ausschlachtbares Alibi für Dumpingentgelte zu bieten.“  

Im Hinblick auf die Neuverhandlungen im Bereich Jugendpflege gab Rundt die Marschrichtung der LAG bekannt und appellierte an die kommunalen Spitzenverbände: „Wir, die LAG, sind dabei, wenn es um eine Fortentwicklung des Landesrahmenvertrags mit festem Blick auf innovative Angebote für sich gesellschaftlich verändernde Zielgruppen geht. Wir sind ganz sicher nicht dabei, wenn alleiniges Verhandlungsziel die Verschlechterung der Refinanzierung der Personalkosten zulasten der Vergütung unserer MitarbeiterInnen ist.“

Auf die bereits viel diskutierte Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen wird die LAG ein wachsames Auge haben, denn es ist ein weiter Weg vom Papier in eine praxistaugliche Konkretisierung. Deshalb wird die Freie Wohlfahrtspflege energisch mitdiskutieren und verhandeln, um Ziele wie die Verbesserung ambulanter Angebote, mehr Selbstbestimmung, Integration und Inkulsion zu verwirklichen. „Leider haben wir in der Vergangenheit allerdings erfahren müssen, dass politische Kräfte hehre Ziele im Munde führten, aber Kürzungen meinten“, mahnte Rundt an.

Dass soziale Arbeit sich lohnt, steht für die LAG völlig außer Frage. Doch auch die Landesarbeitsgemeinschaft kennt die Schwierigkeiten beim Finden von Fachkräften für Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe. Deshalb steht die LAG-Kampagne 2010 unter dem Motto „Für soziale Berufe“. „Wir wollen jungen Menschen die positiven Seiten der Arbeit in den Bereichen Soziales und Gesundheit aufzeigen, wollen Berufswahl und vor allem auch Berufsverbleib fördern“, erklärte Cornelia Rundt. Neben einer Zusammenarbeit mit verschiedenen Medien zur Verbreitung der Kampagne sollen den jungen Menschen konkret Praxistage und Hospitationsmöglichkeiten angeboten werden. „Und wir werden die Politik eindringlich an ihre Verantwortung für die Bereitstellung angemessener Arbeitsbedingungen erinnern“, sagte Rundt.

Cornelia Rundt ist die erste Frau an der Spitze der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen. In der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege sind die sechs Niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohl-fahrtspflege zusammengeschlossen. Neben dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sind dies Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk und Jüdische Wohlfahrt. Gemeinsam repräsentiert die LAG FW etwa 6000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 220.000 hauptamtlichen Beschäftigten und mehr als 500.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.