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PMS 09/10 v. 22.02.2010

Paritätischer stärkt Patientenselbsthilfe in Kliniken der Region

Neue Wege in der Selbsthilfe: Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hannover hat heute seine Teilnahme an dem Projekt „Selbsthilfefreundliches Gesundheitswesen“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, das Thema Selbsthilfe in Einrichtungen des Gesundheitswesens konzeptionell und gezielt zu fördern – ein Ansatz, der in Hannover alles andere als unbekannt ist. Denn seit 2006 arbeitet die Paritätische KIBIS, die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich, bereits eng mit den Krankenhäusern des Klinikums Hannover Region zusammen. „Das neue Projekt entspricht unserer Erfahrung und Vorarbeit, es ist sehr zu begrüßen“, sagte Ralf Hohfeld, Geschäftsführer des Paritätischen Hannover, anlässlich des ersten Projekttreffens am heutigen Montag. „Diese Zusammenarbeit kann für alle Beteiligten nur von Vorteil sein.“

Das Projekt, das auf den Qualitätskriterien des Hamburger Modellprojekts „Qualitätssiegel Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ basiert, wird bereits seit Februar 2008 in Nordrhein-Westfalen realisiert. Die inhaltliche und finanzielle Förderung erfolgt durch die Betriebskrankenkassen (BKK). Mithilfe eines systematischen Vorgehens soll die Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Selbsthilfe-Akteuren gezielt verbessert werden. Damit die Qualitätskriterien erfüllt werden, muss das Krankenhaus unter anderem Räume für die Selbsthilfe bereit stellen, seine Patienten über entsprechende Angebote informieren, einen Selbsthilfebeauftragten benennen und die Teilnahme der Selbsthilfeorganisationen an Qualitätszirkeln unterstützen. „Der Mensch ist nicht länger Objekt der Handlung, sondern wird zum handelnden Subjekt, hat Einfluss und kann mitbestimmen“, erklärte Hohfeld.  

Der Paritätische Hannover bewarb sich erfolgreich um Teilnahme an dem Projekt, das jetzt um drei Bundesländer erweitert werden soll. In Hannover, Mannheim und Berlin werden in den nächsten Wochen sogenannte „Unterstützungsagenturen Selbsthilfefreundlichkeit“ auf den Weg gebracht, von denen aus das Projekt dann landesweit gesteuert wird. Die Ansprechpartner der jeweiligen Städte waren am Montag zu einem ersten Treffen nach Hannover gereist. „Diese stärkere Vernetzung im Bereich der Selbsthilfe ist ein Gewinn für chronisch kranke Menschen in der Region“, sagte Ralf Hohfeld.