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PMS 20/10 v. 10.05.2010

Der Paritätische Niedersachsen und Osteuropa: Reger Austausch seit 20 Jahren

Grundlegende und aktuelle Fragen der deutschen Sicherheitspolitik ist das Thema eines Seminars, das heute vormittag in Bad Bevensen begonnen hat. Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., der das Seminar organisiert hat, begrüßte die Teilnehmer im Europäischen Bildungs- und Tagungshaus des Gustav-Stresemann-Instituts.

Der Paritätische Niedersachsen hält mit vielfältigen Aktivitäten seit Jahrzehnten enge Kontakte in Richtung Osteuropa aufrecht. Mitte der achtziger Jahre hat der Landesverband immer wieder regelmäßig Lebensmittel- und Medikamententransporte nach Polen organisiert, nach der Maueröffnung 1989 kamen eine Vielzahl von Projekten in Zusammenarbeit mit dem neuen Landesverband Sachsen-Anhalt hinzu. 1990 initiierte der Paritätische Hameln einen Kontakt mit der russischen Region Brjansk. „Der Paritätische hat diese Beziehung von Anfang an unterstützt, sowohl mit Geld als auch mit Know-How“, erklärte Rundt.

Die Verbindung mit Brjansk hat in nunmehr 20 Jahren zu einem regen Austausch der Regionen und vielen gemeinsamen Projekten geführt. So hospitieren regelmäßig Studenten der Sozialen Universität Brjansk bei Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Hameln, und Jugendliche aus Brjansk arbeiten mit Mitgliedsorganisationen aus Hameln und Achim beim Zeitungsprojekt „Prisma“ mit. Die jährliche Internationale Begegnungsmaßnahme zwischen polnischen, deutschen und russischen Jugendlichen ist ein fester Termin im Kalender der Paritätischen Aktivivtäten. „Ich habe oft die Teilnehmer dieser Jugendbegegnungen begrüßt und konnte mich davon überzeugen, wie sinnvoll und wichtig diese Begegnungen sind“, erzählte Rundt den Seminarteilnehmern in Bad Bevensen.

Die umfänglichen und abwechslungreichen Beziehungen zwischen dem Paritätischen und der Region Brjansk erstrecken sich auch auf verschiedene Einrichtungen und Institutionen. Das Reha-Zentrum, das Kinderkrankenhaus, die staatliche Universität mit dem Lehrstuhl der Germanistik und zahlreiche in der Behindertenarbeit engagierte Menschen in Brjansk, darunter auch die Tschernobyl-Veteranen, pflegen den Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Niedersachsen. Rundt dankte daher ausdrücklich den Seminarteilnehmern, die mit ihrem Interesse und ihrer aktiven Mitwirkung diesen lebendigen Austausch möglich machen. „Ohne Ihre Erfahrungen und die persönlichen Begegnungen mit unseren russischen Freunden hätten diese Beziehungen nicht über 20 Jahre aufrecht gehalten werden können“, sagte Rundt.

Das dreitägige Seminar in Bad Bevensen behandelt verschiedene Aspekte und neue Herausforderungen der deutschen Innen- und Außenpolitik. Die Teilnehmer wollen die Grundlagen der deutschen Sicherheitspolitik herausarbeiten. Hier stehen vor allem gesellschaftliche Grundwerte im Vordergrund wie sie in der europäischen Staatengemeinschaft zum Tragen kommen. Am heutigen Montag werden die Teilnehmer eine Bilanz nach 20 Jahren deutsche Wiedervereinigung ziehen. Zur Seite steht ihnen dabei ein damals engagierter Bürgerrechtler. Am Dienstag steht Steffan Melle von der Paritätischen Mitgliedsorganisation deutsch-russischer Austausch aus Berlin zur Diskussion über die Erfahrung mit russischen Bürgern, die sich für soziale Projekte einsetzen, bereit. Am Mittwoch referiert Dr. Rudolf Mark von der Universität Hamburg. Er ist Historiker mit dem Schwerpunkt Osteuropa.