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PMS 13/11 a v. 18.04.2011
Bernd Göddertz, Vorstand Paritätisches Jugendwerk, Cornelia Rundt, Vorstand Paritätischer Niedersachsen, Dr. Peter Engelen, Mitglied des Vorstands der TUI AG, Aygül Özkan, niedersächsische Sozialministerin, und Sebastian Böstel, Vorstand Paritätischer Niedersachsen e.V., inmitten der Jugendgruppe Hameln "Haltestelle" (SDR e.V.) vor ihrem "Kunstwerk in 3 Akten - Integrieren statt Ausgrenzen"

Ein Beitrag zum Nachdenken und Umdenken: Ausstellung „Perspektivwechsel“ eröffnet

„Perspektivwechsel“, die Ausstellung des Paritätischen Jugendwerks über Diskriminierungserfahrungen junger Menschen mit Migrationsgeschichte, wurde am Montag (18.04.2011) von der niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan in der TUI AG in Hannover eröffnet. „Perspektivwechsel“ ist ein Projekt des Paritätischen Jugendwerks, Jugendverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., mit sechs seiner Mitgliedsorganisationen.

„Ich finde das Projekt toll, weil die Jugendlichen hier selbst das Wort ergriffen haben“, sagte Ministerin Aygül Özkan, die auch die Schirmherrin von „Perspektivwechsel“ ist. „Die Vielfalt einer Gesellschaft bedeutet Bereicherung, das sieht man auch an dieser Ausstellung“, erklärte die Ministerin. Dr. Peter Engelen, Mitglied des Vorstands der TUI AG, sagte, dass er sehr gerne erster Gastgeber der Wanderausstellung sei: „Auch wir sind jeden Tag in Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten, auch wir kämpfen gegen Diskriminierung und für Toleranz und Anerkennung.“

Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen, lobte die insgesamt rund 80 jungen Kunstschaffenden: „Es ist schon bemerkenswert, wie die jungen Künstlerinnen und Künstler hier ihre Erfahrungen umgesetzt haben. Ich hoffe, dass die Ausstellung bei vielen Menschen dazu beiträgt, nachzudenken und umzudenken.“

„In der öffentlichen Debatte wird über junge Menschen mit Migrationsgeschichte oft ein Negativbild gezeichnet, ihre Kreativität und ihre Potenziale kaum erwähnt“, erklärte Bernd Göddertz, Vorstand des Paritätischen Jugendwerks, die Idee hinter der Ausstellung. Den jungen Menschen sollte ein Forum geboten werden, ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung zu dokumentieren.

Die taten sie mit verschiedenen Mitteln: Unter den 20 Exponaten sind Bilder, Filme und Installationen ebenso zu finden wie Audiobeiträge und Objekte. Die Beiträge greifen stereotype Vorurteile auf, mit denen die Jugendlichen oft konfrontiert werden, oder stellen Alltagsszenen dar. „Disco Bermuda“ etwa, eine Installation von Halit Uludasdemir, zeigt Spielzeugfiguren, die vor einer Diskothek anstehen. Eine der Figuren, die ein bisschen dunkler und fremdländischer aussieht als die anderen, wird willkürlich aus der Schlange herausgepickt und von einem Polizisten kontrolliert. 
Eine Erfahrung, die viele der jungen Künstlerinnen und Künstler schon gemacht haben.

Während sie ihre Probleme und Erfahrungen in Kunst verwandelten, lernten die Jugendlichen auch mit- und voneinander. „Man muss seinem Gegenüber die Hand reichen, egal, wie fremd sie ist. Man braucht keine reichen, berühmten Menschen, manchmal reicht eine kleine Geste aus“, fasste der 18-jährige Halit Uludasdemir die gewonnenen Erfahrungen zusammen.

„Perspektivwechsel“ ist noch zwei Wochen lang bei der TUI AG, Karl-Wiechert-Allee 4, zu Gast. Im Anschluss wird die Wanderausstellung in 15 Städten in ganz Niedersachsen zu sehen sein. Die genauen Termine werden auf der Internetseite des Paritätischen Jugendwerks, www.paritaetisches-jugendwerk.de, bekannt gegeben.