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PMS 27/11 v. 02.09.2011

Mehr als 3100 Fachleute unterstützen Paritätischen Appell: Instrumentenreform des Arbeitsmarkts spaltet die Gesellschaft und gefährdet Jugendwerkstätten!

Einen gemeinsamen Appell von über 3.100 arbeitsmarktpolitischen Fachleuten haben der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Gewerkschaftsbund heute in Berlin präsentiert. Anlässlich der am Montag stattfindenden Anhörung zur Instrumentenreform im Deutschen Bundestag fordern die Unterzeichner die Bundesregierung zu einem grundlegenden arbeitsmarktpolitischen Kurswechsel auf. Das parteiübergreifende Bündnis warnt vor einer Spaltung des Arbeitsmarktes und appelliert an alle Abgeordneten, die geplanten Kürzungen zu Lasten von Langzeitarbeitslosen im Bundestag zu stoppen. „Wenn die Bundesregierung an ihren Plänen festhält, wird die Spaltung der Gesellschaft hin zu einer Zwei-Klassen-Arbeitsmarktpolitik noch schneller vorangetrieben“, warnt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachen e.V., die mit zu den mehr als 3100 Fachleuten gehört, die die Forderungen für eine gerechtere Arbeitsmarktpolitik mit ihrer Unterschrift unterstützen.

In Niedersachsen bedroht die geplante Instrumentenreform nicht nur Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung oder ältere Arbeitslose, sondern in besonderer Form auch Jugendliche, die aufgrund sozialer Hintergründe oder Lernbeeinträchtigungen benachteiligt sind. Noch haben diese mehr als 5000 benachteiligten Jugendlichen die Möglichkeit, in einer der mehr als 100 niedersächsischen Jugendwerkstätten individuell gefördert zu werden, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und den Einstieg ins Berufsleben entscheidend zu verbessern. Doch die geplante Instrumentenreform bedroht nun die Existenz dieser Einrichtungen. „Für Niedersachsen bedeutet dies, dass diesen jungen benachteiligten Menschen eine große Chance auf eine bessere Zukunft genommen wird. So eine Denk- und Handlungsweise kann sich eine Gesellschaft, gerade in Hinblick auf den demografischen Wandel und damit verbundenen Fachkräftemangel, nicht erlauben“, sagt Cornelia Rundt. „Wer an der Zukunft sparen will, spart ganz klar am falschen Ende.“

Die mehr als 3100 Unterzeichner fordern von der Bundesregierung die Rücknahme der Sparbeschlüsse in der Arbeitsmarktpolitik, den Ausbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsangebote für Langzeitarbeitslose sowie die rechtliche und finanzielle Absicherung von Beschäftigungsunternehmen und Fort- und Weiterbildungsträgern.

Zu dem Bündnis gehören Fachleute aus Gewerkschaften, aus allen Wohlfahrtsverbänden, aus Sozialverbänden wie dem VdK und dem SoVD, Behindertenverbänden wie der Lebenshilfe oder dem Blindenverband. Es sind Hochschullehrer und Praktiker aus Jobcentern und Beschäftigungsunternehmen, viele Kommunalpolitiker, aber auch zahlreiche niedersächsische Mitglieder des Deutschen Bundestages oder Persönlichkeiten, die auf Länderebene Verantwortung tragen.

Die vollständige Unterzeichnerliste und weitere Infos sind im Internet unter www.arbeitsmarktpolitik-fuer-alle.de erhältlich.