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PMS 32/11 v. 19.09.2011

Erneute Verzögerung bei der Pflegereform ist unerträglich!

Die Ankündigung des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr, die für Ende dieser Woche geplante Vorstellung der Eckpunkte für die Pflegereform zu verschieben, wird vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. heftig kritisiert. „Ein weiteres Hinhalten der Betroffen und deren Angehörigen bei der Pflegereform ist unerträglich“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Gerade immer mehr dementiell erkrankte Menschen fallen oft durch das Raster der Pflegeversicherung, so dass sie und ihre pflegenden Angehörigen alleine gelassen werden.“

Die Probleme in der Pflege sind seit Jahren bekannt, und müssen anscheinend trotzdem wieder und wieder benannt werden - anders lässt sich die Gleichgültigkeit der Politiker, die sich lieber untereinander streiten, anstatt gemeinsam für die Schwächsten zu arbeiten, kaum erklären.  Viele Pflegebedürftige bekommen aus Zeit- und Kostengründen nicht die bedarfsgerechte Hilfe, die sie brauchen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Pflege fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, es fehlt an Fachkräften, Zugänge zu Leistungen werden immer schwerer. Die Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist seit Jahren völlig unzureichend, so dass die besonderen Bedürfnisse an Demenz erkrankter Menschen noch immer nicht ausreichend berücksichtigt werden.

„Es hakt an allen Ecken und Enden“, sagt Sebastian Böstel. „Gefordert ist eine klare politische Entscheidung und kein Herumlavieren, bis eine politisch und finanziell genehme Lösung gefunden wird.“