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PMS 38/11 v. 25.11.2011

Die Ungerechtigkeit des Betreuungsgeldes: Affront gegen Alleinerziehende und Zubrot für Gutverdiener!

Angesichts der heutigen Debatte im Bundesrat um ein Betreuungsgeld für Kinder unter drei Jahren kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. die Vorschläge und Kompromisse zur Einführung dieser zutiefst fragwürdigen Maßnahme. Das geplante Betreuungsgeld geht an den Wünschen und Realitäten der Familien in Deutschland vorbei und steigert die soziale Ungerechtigkeit. „Die Einführung eines allgemeinen Betreuungsgeldes wäre ein weiterer Schritt zur Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich“, erklärt Cornelia Rundt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Der stetige Ausbau der Kindertagesbetreuung ist das zukunftsweisendere und gerechtere Modell!“

Das Betreuungsgeld für alle soll die Wahlmöglichkeiten für Familien vergrößern, argumentiert die Politik. Dabei vergisst sie, dass viele Familien die Wahl zwischen Kind oder Beruf überhaupt nicht haben. Vor allem Alleinerziehende können es sich überhaupt nicht leisten, wegen der Kinderbetreuung auf ihr Einkommen zu verzichten. Nutznießer des geplanten Betreuungsgeldes werden also die sein, die aufgrund ihrer privaten Situation sowieso schon genug Wahlmöglichkeiten haben - und sich z.B. auch ein Au-Pair-Mädchen leisten können. „Das Betreuungsgeld ist nichts anderes als ein Affront gegen Alleinerziehende und ein Zubrot für Gutverdiener“, bringt es Cornelia Rundt auf den Punkt.

Der Paritätische Niedersachsen weist darauf hin, dass es weitaus wichtiger, sinnvoller und gerechter ist, für eine moderne und zukunftsfähige Familienpolitik zu sorgen. Der kontinuierliche Ausbau des Betreuungsangebots ist dafür eine zentrale Grundvoraussetzung. Das gemeinsame Ziel muss daher der Ausbau der Betreuung zur Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein - und kein Betreuungsgeld für Besserverdienende!