Kreisverband:
Mitgliederbereich
Wir in Ihrer Nähe

PMS 13/12 v. 24.04.2012

Pflege-Qualitätsbericht zeigt: Leistung der Beschäftigten stimmt, Rahmenbedingungen müssen besser werden!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. begrüßt Teile des Pflege-Qualitätsberichts, den der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Der Bericht stellt fest, dass sich die Qualität der Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten in den vergangenen fünf Jahren positiv weiterentwickelt hat. „Das ist eine willkommene Bestätigung für die vielen Menschen, die mit großem Engagement in der Pflege arbeiten“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Der Bericht zeigt aber auch, dass es bei der Versorgung von Demenzerkrankten erhebliche Defizite gibt und dass die Arbeitsverdichtung in der Pflege kaum noch Raum für die menschliche Zuwendung lässt.“

In Niedersachsen erzielen Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen bei den jährlichen Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) immer wieder gute bis sehr gute Ergebnisse. Die Pflegedienste des Paritätischen Niedersachsen wurden in den vergangenen zwei Jahren sogar regelmäßig weit besser als der Bundes- und Landesdurchschnitt bewertet. „Die positive Einschätzung des heute veröffentlichten Berichts ist für uns also keine allzu große Überraschung“, sagt Sebastian Böstel, „allerdings erwarten wir vom Gesetzgeber, dass künftig nicht nur die ordnungsgemäße Dokumentation der Pflege, sondern auch das Ergebnis der Pflege geprüft wird.“ Dazu gehört auch, dass die Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs durch die Bundesregierung kurzfristig erfolgt und die Pflegegesetzgebung entsprechend geändert wird.

Des weiteren warnt Sebastian Böstel davor, sich auf dem positiven Bericht auszuruhen: „Der Bericht spiegelt lediglich einen Trend wider, den es fortzusetzen gilt.“ Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel ist es wichtig, den Ruf der Pflege in Deutschland noch weiter zu verbessern. „Langfristig müssen Pflegeberufe weit mehr Anerkennung und Respekt in der Gesellschaft erfahren“, fordert Sebastian Böstel.

Der Paritätische Niedersachsen kämpft daher vehement für eine Erhöhung der Vergütungen, die den Leistungen und dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemessen ist.  Eine Erhöhung wäre auch ein dringend benötigtes Signal für die Zukunft. Denn solange der Altenpflegeberuf aufgrund der Arbeitsbedingungen und seinem schlechtem gesellschaftlichen Image als unattraktiv empfunden wird, kann er in der Konkurrenz zu anderen Berufen nicht bestehen. Doch der Pflegebedarf wird aufgrund des demografischen Wandels steigen - die Branche benötigt dringend Nachwuchs.

Hier sieht der Paritätische Niedersachsen klar die Bundesregierung in der Pflicht und fordert sie auf, die Debatte über die anstehende Pflegereform am Donnerstag so konstruktiv wie möglich zu gestalten und zukunftsfähige Ergebnisse zu erarbeiten, anstatt sich an kleinen Reformschrittchen aufzureiben.