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PMS 26/12 v. 16.08.2012

Niederschmetternde Ergebnisse für Niedersachsen: Chancengleichheit für alle im Bildungssystem sieht anders aus!

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. hat die jüngsten Zahlen, die die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in ihrem Bildungsmonitor 2012 veröffentlicht hat, mit großer Sorge zur Kenntnis genommen. Demnach hat Niedersachsen die höchste relative Schulabrecherquote für Ausländer im bundesweiten Vergleich - ein Alarmsignal, das nicht ungehört bleiben darf! „Die Ergebnisse für den Bereich der Integration sind niederschmetternd“, sagt Sebastian Böstel, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Und das in einem Land, das als erstes Bundesland eine Sozialministerin mit Migrationshintergrund hat und das Thema Integration zur Chefsache erklärt hat. Chancengleichheit für alle im Bildungssystem sieht anders aus!“

Der Bildungsmonitor beschreibt die Qualität der Bildung in den verschiedenen Bundesländern anhand von 13 verschiedenen bildungsökonomisch relevanten Handlungsfeldern. Auf den ersten, allgemeinen Blick hat Niedersachsen ganz ordentlich abgeschnitten: Im Gesamtranking belegt das Land einen soliden Mittelfeldplatz. Geradezu schockierend hingegen verschlechtern sich die Werte, wenn man den Zusammenhang von Schulabschlüssen, Herkunft und sozioökonomischem Hintergrund betrachtet. Hier steht Niedersachsen auf dem vorletzten Platz des Bildungsrankings, nur Berlin ist noch schlechter. Und ganz hinten steht Niedersachsen sogar, wenn man die relativ hohe Quote der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluß als Indikator für eine mißlungene Integration ins Visier nimmt!

Der Paritätische Niedersachsen fordert das Land auf, sich stärker für Menschen mit Migrationshintergrund einzusetzen. „Zukunft sollte wichtiger sein als Herkunft!“ sagt Sebastian Böstel. „Hier ist der Kultusminister gefordert: Durch gezielte Fördermaßnahmen muss die Abbrecherquote drastisch gesenkt und der Anteil der Schulabgänger mit Abitur deutlich erhöht werden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, dass dieses Potenzial verschenkt wird!“