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PMS 34/12 v. 05.10.2012

Bessere Personalschlüssel für Kitas in Niedersachsen: Politiker stimmen Paritätischen Forderungen zu

Im Rahmen einer Versammlung seines Fachbereichs Elementarerziehung hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. seine politischen Forderungen für bessere Standards in Krippen und Kindertagesstätten bekräftigt. „Bessere Kita-Standards - starkes Niedersachsen: Kinder sind mehr wert“ war das Motto der Tagung mit Podiumsdikussion, an der Vertreter/-innen fast aller im Landtag vetretenen Parteien teilnahmen und mit dem Plenum über Verbesserungen der Rahmenbedingungen in niedersächsischen Kitas diskutierten. Dabei herrschte fraktionsübergreifende Einigkeit darüber, dass der Personalschlüssel in Krippen und Kitas angehoben und der Fachkräftemangel stärker als bisher bekämpft werden muss.

„Wir brauchen mehr ErzieherInnen und arbeiten auf eine Quote von drei ErzieherInnen pro 15 Kindern in den Krippen und pro 25 Kindern in den Kitas hin“, erklärte Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU, Landtags- und Kreistagsabgeordneter) erstmals eine entsprechende Absicht der Landesregierung, die somit auf eine alte Forderung des Paritätischen, vieler Elterninitiativen und der Oppositionsparteien eingegangen ist. Auch wenn alle Parteien den Notstand im Kita-Personal erkannt haben und Abhilfe schaffen wollen, herrschte doch große Uneinigkeit über die Finanzierungsfrage. „Es ist zu befürchten, dass ein solcher Ausbau auf Kosten der Qualität geht, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist“ gab Christa Reichwaldt (Die Linke, Mitglied im Kultusausschuss)  zu bedenken. „Wir müssen an dieser Stelle aufpassen, dass das Thema Qualität nicht zeitlich hinter das Thema Quantität gerät, das muss miteinander einhergehen“, sagte auch Frauke Heiligenstadt (SPD, Schulpolitische Sprecherin und Kultusministerin im Schattenkabinett von Stephan Weil). „Wenn die Finanzierung auf die Kommunen abgewälzt wird, wird der Flickenteppich in Niedersachsen noch größer, das ist keine Bildungsgerechtigkeit“, sagte Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen, Jugendpolitische Sprecherin). 

Auch das Thema Fachkräftemangel als zweite große „Baustelle“ im Krippen- und Kitabereich erregte die Gemüter. Viele der rund 100 anwesenden ErzieherInnen und VetreterInnen der Träger beteiligten sich an der Diskussion und schilderten die Eindrücke aus ihren Einrichtungen vor Ort, von jungen Nachwuchskräften, die nach Ende der vierjährigen Ausbildung in den meisten Fällen lieber ein Studium absolvieren oder in einen anderen sozialen Berufszweig wechseln, aber nur selten im Arbeitsbereich Elementarerziehung bleiben: Zu niedrig ist die Vergütung, zu kräftezehrend die Arbeit unter den gegebenen Bedingungen. Die klare Botschaft, die deutlich bei den Politikern ankam und von ihnen mitgenommen wurde: Die Rahmenbedingungen für den Beruf der ErzieherInnen müssen dringend verbessert werden!
 
Die von den Erzieherinnen und Erziehern formulierten Forderungen sind Teil der „Positionen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. zur Landtagswahl 2013“, die in übersichtlicher Form verdeutlichen, welche Weichen aus Sicht des Paritätischen für ein gemeinwohlorientiertes Niedersachsen gestellt werden müssen. Die „Positionen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. zur Landtagswahl 2013“ stehen ab sofort zum Download zur Verfügung:


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