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PMS 12/13 v. 16.05.2013

Internationaler Tag gegen Homophobie: Paritätischer, AIDS-Hilfe und LSVD gemeinsam gegen Feindseligkeiten gegenüber Homosexuellen! 

Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Homophobie“ am Freitag, 17. Mai 2013, bekräftigt der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen Niedersächsische AIDS-Hilfe Landesverband e.V. und Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Niedersachsen-Bremen e.V. sein Engagement für mehr Respekt gegenüber Lesben und Schwulen und verurteilt gleichzeitig jegliche Form von Anfeindungen und Diskriminierungen gegen homosexuelle Menschen.

„In Sachen Gleichstellung homosexueller Paare und der Akzeptanz von Homosexualität hat sich in der Gesellschaft schon einiges getan, doch bis zur echten Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen ist es noch immer ein weiter Weg“, sagt Birgit Eckhardt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Menschen verschiedener sexueller Orientierungen sind ganz selbstverständlich Teil der Gesellschaft, und das, ohne sie auf die Frage zu reduzieren, wen sie lieben. Die Beurteilung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung muss endlich ein Ende haben. Anfeindungen und Diskriminierungen sind dabei ebenso verwerflich wie Beleidigungen oder Witze im Alltag“, erklärt Birgit Eckhardt.

„Für uns als AIDS-Hilfen ist dieser Tag von großer Bedeutung, weil ein Mangel an Wertschätzung von Homosexuellen in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld eine Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens, ihrer Gesundheit und ihrer Leistungsfähigkeit bedeutet. Die Befürchtung, ein Coming-Out am Arbeitsplatz würde sich negativ auf berufliche Beziehungen oder die Karriere auswirken, ist weiter sehr verbreitet und leider oft nicht unbegründet“, kritisiert Jean-Luc Tissot, Vorstandsmitglied der Niedersächsischen AIDS-Hilfe. „Es ist heute möglich und höchst wünschenswert, dass vor allem die Wirtschaft deutliche Zeichen nach innen und nach außen setzt, dass sie Vielfalt als Chance wahrnehmen. Unternehmen, die diese Vielfalt nutzen, machen die Erfahrung, dass das Potenzial von Lesben und Schwulen, die am Arbeitsplatz ihre Ganzheit offen leben, bereichernd wirkt und zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt“.

Seit 2001 kann ein gleichgeschlechtliches Paar in Deutschland eine „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ schließen. „Dieses Rechtsinstitut ist der Ehe in allen Pflichten und vielen Rechten gleichgestellt – von echter Gleichstellung kann aber noch keine Rede sein“, sagt Benjamin Rottmann,  Vorsitzender des LSVD Niedersachsen-Bremen. So müssen Lebenspartner füreinander einstehen, wenn der Staat Leistungen im Fall einer Arbeitslosigkeit anrechnen kann, von steuerlichen Vorteilen des Ehegattensplittings allerdings profitieren sie nicht. Auch das Recht der gemeinsamen Adoption gibt es bis heute nicht. „Partner, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen, sollten nicht von Rechts wegen zweitklassig behandelt werden“, sagt Benjamin Rottmann. „Die Öffnung der Ehe findet aktuell wie in Kanada, Frankreich und Neuseeland überall auf der Welt Einzug, sie darf vor Deutschland nicht Halt machen.“