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PMS 14/13 v. 17.06.2013

Paritätischer erneuert Kritik: Regelungen für inklusive Krippen weiterhin völlig unzureichend

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. macht erneut darauf aufmerksam, dass die Regelungen für die gemeinsame Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderungen im Alter unter drei Jahren nach wie vor völlig unzureichend sind. „Die Regelungen sind lückenhaft, ungeeignet und unzureichend und entsprechen nicht den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention nach inklusiver Bildung“, sagt Birgit Eckhardt, Vorstand des Paritätischen Niedersachsen. „Diesem untragbaren Zustand muss umgehend abgeholfen werden. Das niedersächsische Sozialministerium und das Kultusministerium müssen dringend eine Lösung präsentieren.“

Gut zweieinhalb Jahre lang - vom 1. Februar 2010 bis 31. Juli 2012 - hat die Landesregierung in Niedersachsen ein Modellvorhaben zur gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung im Alter von unter drei Jahren durchgeführt. Ein Modellvorhaben, in das betroffene Familien und die Träger von Kindertagesstätten viele Hoffnungen gesetzt hatten - die anschließend enttäuscht wurden. „Offensichtlich wurden keine sinnvollen Schlüsse aus dem Modellvorhaben gezogen, denn die danach in Kraft getretenen Nachfolgeregelungen sind mit großen Nachteilen für die betroffenen Kinder, ihre Familien und die Träger von Kindertagesstätten verbunden“, sagt Birgit Eckhardt.

So geben die neuen Regelungen des Landes Rahmenbedingungen vor, die weit hinter denen des Modellvorhabens zurückbleiben. Dies betrifft beispielsweise den Personalschlüssel, die größere Anzahl von Kindern pro Gruppe, die nicht ausreichende heilpädagogische Versorgung sowie kürzere sogenannte Verfügungszeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dringend für Vor- und Nachbereitungen, Koordination und Fortbildungen benötigt werden.  Diese Regelungen sind völlig ungeeignet und unzureichend um Kindern mit Behinderung oder drohender Behinderung die Leistungen und Hilfen zu gewährleisten, die sie benötigen.

Die Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder, insbesondere der Kinder mit Behinderungen, ist so nicht mehr sichergestellt, die Fachkräfte sind oft überfordert. „Es sind zu wenig Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in zu großen Gruppen. Die Gleichung geht also nicht auf und Kinder mit Behinderungen sind am deutlichsten benachteiligt“, sagt Birgit Eckhardt.

Der Paritätische Niedersachsen bekräftigt daher seine Forderungen und ruft das Sozialministerium und Kultusministerium auf, diesen untragbaren Zustand endlich zu beenden!