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PMS 18/13 v. 15.08.2013

Paritätischer kritisiert Bericht zur Pflege: Überflüssige Pauschalisierungen setzen fatales Zeichen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. kritisiert die sogenannte „Schwachstellenanalyse“ mit dem Titel „Transparenzmängel, Betrug und Korruption im Bereich Pflege und Betreuung“ von Transparency International (TI) als ungerechtfertigte und übertriebene Panikmache, die eine differenzierte Branche über einen Kamm schert und für Probleme verantwortlich macht, die in den Verantwortungsbereich des Gesetzgebers fallen. „Die Kernaussagen dieses sehr ärgerlichen Berichtes verbreiten überflüssige Pauschalisierungen und schaffen so einen falschen Eindruck“, erklären Christian Boenisch, Vorsitzender, und Birgit Eckhardt, stellvertretende Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, einstimmig. „In Niedersachsen wird sehr gute, menschenwürdige und zuverlässige Pflege geleistet.“

Die Vorwürfe des Berichts arbeiten im Wesentlichen mit Einzelfällen, anonymen Quellen, Andeutungen und Mutmaßungen und in der Regel ohne konkrete Belege, leisten jedoch der oben erwähnten Verzerrung des Bildes der Pflege einen deutlichen Vorschub. Viele der Forderungen sind schon jetzt umgesetzt, viele Kritikpunkte sind aufgrund von Vorgaben seitens des Gesetzgebers geschaffen. „Qualität läßt sich weder hereinprüfen noch hereinstrafen und pauschale Anschuldigungen an alle nützen niemandem“, sagt Christian Boenisch. Und über weite Strecken schafft die Gesetzgebung die Misere, nicht diejenigen, die damit klarkommen müssen.

Private Heime und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege werden im Bericht pauschal über einen Kamm geschoren. Die bekannten bundesweit agierenden Betreiber, gegen die sich viele der Vorwürfe richten, sind alle privat-gewerblich. „Hier wäre etwas Differenzierung wünschenswert“, sagt Birgit Eckhardt. „Denn wer gesetzlich zuläßt, dass mit Pflegeeinrichtungen an der Börse spekuliert werden kann, hat diese miserable Situation verursacht, nicht die aufrechten Heimbetreiber und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allüberall, die ihr Bestes tun.“

Zwar sind auch Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege den Gesetzen des Marktes unterworfen. „Aber wir betreiben keine Rosinenpickerei, die rein nach wirtschaftlichen Interessen arbeitet, bei uns steht nach wie vor der Mensch im Mittelpunkt“, sagt Christian Boenisch. Das betrifft nicht nur die zu pflegenden Personen, sondern auch die engagierten Menschen, die in der Pflege tätig sind. Ein Grund mehr, warum der Paritätische Niedersachsen Teil des am heutigen Donnerstag, 15. August, in Hannover stattfinden Autokorsos mit Protestcharakter ist, bei dem die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege lautstark eine faire Vergütung von den Pflegekassen fordern um weiterhin gute, auskömmliche und menschenwürdige Arbeit leisten zu können.

Gerade in Zeiten des immer größer werdenden Problems des Fachkräftemangels in der Pflege in Zusammenhang mit dem demografischen Wandel ist ein Zeichen wie das, welches der Bericht von Transpareny International setzt, fast schon fatal. „Gute Pflege braucht Zeit, Erfahrung und kostet auch Geld“, erklären Christian Boenisch und Birgit Eckhardt. „Sie geht uns alle an und muss uns allen mehr wert sein. An dieser Stelle pauschale und ungerechtfertigte Kiritk zu üben ist das völlig falsche Zeichen.“