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PMS 02/14 v. 07.03.2014

Internationaler Frauentag: Paritätischer fordert mehr Anerkennung und Respekt!

Anlässlich des Internationalen Frauentages am morgigen Samstag, 8. März, fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V., dass die Rechte der Frauen weiter gestärkt und ihre Interessen besonders berücksichtigt werden – nicht nur im Interesse der Frauen selbst, sondern zum Wohl der Gesamtgesellschaft. „Bis zur Gleichstellung der Geschlechter ist es noch ein weiter Weg“, sagt Christian Boenisch, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen. „Solange die Einführung einer Frauenquote noch Grund für strittige Diskussionen ist und Sexismus im Alltag weiterhin als harmloser Spaß geduldet wird, müssen wir wieder und wieder darauf aufmerksam machen, dass es Frauen in unserer Gesellschaft nach wie vor an der Anerkennung und dem Respekt fehlt, die für Männer selbstverständlich scheinen.“

Im Haupttätigkeitsfeld des Paritätischen Niedersachsen, dem Bereich der sozialen Berufe wie Pflege, Betreuung von Menschen mit Behinderungen sowie Bildung und Erziehung von Kindern, arbeiten überwiegend Frauen.  Allein der Umstand, dass diese gesellschaftlich wichtige, aber auch emotional belastende und körperlich oft sehr fordernde Arbeit nach wie vor als „typisch weiblich“ abgetan wird, zeigt den geradezu fahrlässigen Umgang mit diesem Thema in einer Zeit, in der Fachkräfte beider Geschlechter dringend benötigt werden. Ziel muss es sein, die geschlechtsspezifische Stigmatisierung bestimmter Berufszweige endlich aus den Köpfen zu bekommen. Gleichzeitig müssen die überwiegend weiblichen Fachkräfte, die bereits in den Sozialberufen tätig sind, besser anerkannt und angemessen vergütet werden.
In den ambulanten Pflegediensten des Paritätischen Niedersachsen sind viele Kolleginnen täglich im Einsatz, um zu unterstützen, Hilfe zu gewährleisten und die Not kranker Menschen zu lindern. Für viele, gerade ältere Patientinnen und Patienten sind diese Frauen ein wichtiger Bezugspunkt zur Außenwelt, ihr Besuch oft der Höhepunkt des sonst einsamen Alltags. Doch die Arbeitsverdichtung in der Pflege nimmt weiter zu: Immer mehr Patienten müssen immer schneller versorgt werden. Es mangelt an Zeit, Geld und beruflichem Nachwuchs. Eine Entwicklung, die der Paritätische Niedersachsen mit großer Sorge betrachtet und kritisch kommentiert. „Wir dürfen nicht noch mehr Druck auf die Fachkräfte in der Pflege ausüben!“ fordert Christian Boenisch klar und deutlich.

Frauen sind von dieser Entwicklung besonders stark betroffen, denn nach dem Ende eines langen Arbeitstages sind es meist die Frauen, die sich zusätzlich um Kinder und Haushalt kümmern. „Dass diese Doppel- oder Dreifachbelastung noch immer viel zu oft als selbstverständliche ,Frauensache‘ gesehen wird, ist im Jahr 2014 nicht mehr hinnehmbar, auch hier muss dringend ein zeitgemäßes Umdenken stattfinden“, sagt Christian Boenisch.

Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege vertritt der Paritätische Niedersachsen mehr als 800 Mitgliedsorganisationen, darunter zahlreiche Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Frauentreffs, Frauenprojekte jeglicher Art und Fraueninitiativen.