Kreisverband:
Mitgliederbereich
Wir in Ihrer Nähe

PMS 10/16 v. 04.05.2016

KIBIS Hannover feiert 30-Jähriges: Selbsthilfekontaktstellen des Paritätischen fest im Gesundheitssystem etabliert

Die Kontakt- und Beratungsstellen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V. bringen Gleichgesinnte und Betroffene zusammen. Sie stärken die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung von Personen und Gruppen. Seit nun 30 Jahren sind diese Einrichtungen Orte der Kooperation und Vernetzung. Fünf paritätische Beratungsstellen haben im Jahr 1986 ihre Arbeit aufgenommen. Die hannoversche KIBIS (Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle Im Selbsthilfebereich) hat gestern Abend ihr Jubiläum im Neuen Rathaus in Hannover gefeiert. Höhepunkt für die rund 180 Gäste, darunter VertreterInnen aus Politik und Verwaltung sowie zahlreiche Mitglieder diverser Selbsthilfegruppen, war neben feierlichen Grußworten und bewegenden Reden vor allem die Eröffnung der Ausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“.

„Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, das ist einer der Satzungsaufträge unseres Verbandes“, erklärte Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen, in ihrem Grußwort. „Gemeinsam haben wir es geschafft, die Selbsthilfe im Gesundheitssystem zu etablieren - darauf können wir zu Recht stolz sein!“ Aus den ehemals fünf Selbsthilfekontaktstellen im Paritätischen Niedersachsen sind heute 28 geworden, von denen sich vier in der Trägerschaft von Mitgliedsorganisationen befinden. Dass die Förderung der Selbsthilfe mittlerweile eine Pflichtleistung der Kassen ist, sei sicherlich der größte politische Erfolg in den vergangenen 30 Jahren gewesen. „Die Selbsthilfe operiert heute auf Augenhöhe mit den anderen Partnern im Gesundheitswesen und vertritt dabei in Debatten stets den patientenorientierten Ansatz. Die Betroffenen werden so auch im kollektiven Bewusstsein zum aktiv Handelnden“, betonte Birgit Eckhardt. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Selbsthilfegruppen immer noch um jeden Euro kämpfen müssen.“

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok dankte der KIBIS und dem Paritätischen für 30 Jahre „unermüdliche, leidenschaftliche Arbeit für die Selbsthilfe in der Region Hannover“. Auch Regionspräsident Hauke Jagau lobte die gute Zusammenarbeit, wie sie etwa im „Bündnis gegen Depressionen“ zum Ausdruck kommt. Michael Lempe vom Vorstand der Krankenkasse hkk betonte, dass die Unterstützung der Ausstellung Teil der Projektförderung sei, mit der die wichtige Arbeit der Selbsthilfe inhaltlich und regional gefördert werde. Norbert Pyttlik, Leiter der Tinnitus Selbsthilfegruppe Hannover, gab persönliche Einblicke in sein Engagement: „In der Gruppe herrscht eine vertrauensvolle Atmosphäre, man muss über eigene Befindlichkeiten nicht viel erklären und bekommt Verständnis, darf aber auch Schwäche zeigen“, sagte er stellvertretend für die Mitglieder der rund 600 Selbsthilfegruppen, die in der Region Hannover aktiv sind.   

Viele weitere persönliche Eindrücke bietet die Ausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“, die die KIBIS anlässlich ihres Jubiläums organisiert hat. „Wir wollen die vielen Gesichter der Selbsthilfe zeigen“, erklärte Rita Hagemann, Leiterin der KIBIS. „Betroffene berichten über ihre Erfolge, es werden Themen beschrieben, zu denen sich Gruppen in der Region treffen, und die Arbeit der Kontaktstelle vorgestellt.“ Da diese Arbeit trotz des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiterinnen vor allem in der Landeshauptstadt stattfindet, die KIBIS aber Anlaufstelle für mehr als 20 Kommunen in der Region ist, wurde „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ als Wanderausstellung konzipiert, die demnächst in der Region auf Tour sein wird. Bis zum 29. Mai ist sie aber zunächst im Bürgersaal des Neuen Rathauses Hannover, Trammplatz 2, zu besichtigen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, an Sonnabend und Sonntagen von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen sind im Internet unter www.kibis-hannover.de zu finden.