Kreisverband:
Mitgliederbereich
Wir in Ihrer Nähe

PMS 17/16 v. 21.06.2016

Paritätischer weist Aussagen der Landesbehindertenbeauftragten entschieden zurück und unterstützt offenen Brief der LAG:WfbM

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. reagiert mit Unverständnis auf die Aussagen der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra. Der Landesverband unterstützt den offenen Brief der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Niedersachsen (LAG:WfbM), der diese Aussagen deutlich zurückweist.

„Anstatt die mangelnde Bereitschaft vieler Arbeitgeber zu kritisieren, Menschen mit Behinderungen einzustellen, redet Frau Wontorra die wichtige Arbeit der Werkstätten schlecht“, sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. Das sei ein „Vorwurf an der falschen Stelle“.

Die rund 80 Werkstätten in Niedersachsen ermöglichen Menschen mit Behinderungen durch angemessene Förderung, Assistenz und Betreuung den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. „Dieser anspruchsvollen Aufgabe kommen die Werkstätten mit vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten nach, die sie immer weiterentwickeln und so Angebote zur Teilhabe für Menschen mit den verschiedensten Beeinträchtigungen schaffen“, sagt Birgit Eckhardt. Die eigentliche „Vermittlung“ der Menschen mit Behinderung in Beschäftigung ist dann in erster Linie Aufgabe der Agentur für Arbeit.

Viele Unternehmen bezahlen aber lieber eine Ausgleichsabgabe, anstatt Menschen mit Behinderung einzustellen. Hier wäre Kritik berechtigt, denn der Entwurf zum Bundesteilhabegesetz sieht nicht die erhoffte Erhöhung dieser Abgabe vor. „Arbeitgeber werden es weiterhin leicht haben, sich von der Verantwortung freizukaufen, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben“, sagt Birgit Eckhardt. „Das muss sich ändern. Dafür werden wir weiter kämpfen – und hoffen, dass die Landesbehindertenbeauftragte sich gemeinsam mit uns dafür einsetzt!“

Den offenen Brief der LAG:WfbM finden Sie im Linkbereich auf dieser Seite.