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„Jugendcafé Stellwerk“ bald gegenüber vom Bahnhof

| Cuxhaven Artikel

Paritätischer: Fünf Mitarbeiter*innen geben jungen Menschen Perspektiven

Der Paritätische kümmert sich seit dem 1. Mai in Cuxhaven um junge Menschen, die für das Jobcenter oder andere Sozialhilfeträger nicht mehr erreichbar sind. Ziel ist es, sie durch intensive Sozial- und Netzwerkarbeit wieder an das Hilfesystem heranzuführen und ihnen Unterstützung bei der Lösung eigener Probleme anzubieten. Zentrale Räume für das „Jugendcafé Stellwerk“ wurden direkt gegenüber vom Bahnhof gefunden: Seit dem 15. April ist der Pari Mieter des Erdgeschosses – die 175 m² der unteren Etage werden derzeit umgebaut – und eines Verwaltungs- oder Bürotrakts mit Schulungsraum im 4. Stock, wohin neben den Projektmitarbeiter*innen auch die Aufsuchende Flüchtlingssozialarbeit ziehen wird.

„Wir sind sehr glücklich, hier direkt am Bahnhof in direkter Nachbarschaft zum Jobcenter, zur Jugendberufsagentur, zur Schleuse und unweit vom Herbergsverein einziehen zu können, wo später auch der ZOB mit den aus dem Landkreis ankommenden Bussen und die Skatebahn sein werden“, so Kai Uhlhorn, Abteilungsleiter der Paritätischen. Auftraggeber der Maßnahme ist das Jobcenter Cuxhaven. Der Paritätische hatte nach einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für sein Konzept erhalten und wird sich nun um die insbesondere älteren jungen Menschen in Cuxhaven bemühen,
• die eine ungesicherte Wohnsituation haben oder obdachlos sind,
• die ihre finanzielle Lebensgrundlage verloren haben,
• die den Kontakt zum Jobcenter oder den Jugendhilfeträgern abgebrochen haben,
• die z.B. aufgrund familiärer Konflikte nicht mehr bei ihren Eltern leben,
• mit eingeschränkter Bildungsfähigkeit,
• denen Grund- und Sozialkompetenzen fehlen, um in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt einzumünden und/oder
• mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Suchtverhalten.

Im Jugendcafé Stellwerk werden künftig Weichen gestellt: Hier soll ihnen und allen anderen jungen Menschen eine warme Mahlzeit angeboten, sollen Dusch-, Freizeit- und Beratungsmöglichkeiten in angenehmer Atmosphäre geschaffen und informative Vorträge gehalten werden. Für Wohnungslose, die entweder auf der Straße oder bei Freunden auf dem Sofa schlafen, besteht auch die Möglichkeit, die Wäsche zu waschen und zu trocknen. „Hier steht ganz der Mensch im Vordergrund“, so Kai Uhlhorn. Sitzecken, Kicker, Dartscheibe, ein großer Essenstisch für gemeinsame Mahlzeiten – diese niedrigschwelligen Angebote machen den Einstieg leicht, um vielleicht später im mittig gelegenen Büro Persönliches zu besprechen. Manche jungen Menschen haben persönliche Probleme oder scheitern an Anträgen, Verträgen, Kündigungen und Bewerbungsschreiben. Die Mitarbeiter*innen werden sich darum kümmern. Die enge Kooperation des Pari beispielweise mit der VBS-Suchtberatungsstelle, Schuldenberatern, Wohnungsvermittlern, Frauenberatungseinrichtungen und Migrationsdiensten sind hilfreich. Durch ein individuelles Coaching sollen die jungen Erwachsenen dabei unterstützt werden, ihre individuellen Schwierigkeiten zu überwinden, Leistungen der Grundsicherung (wieder) in Anspruch zu nehmen und die Bereitschaft für eine schulische, ausbildungsbezogene beziehungsweise berufliche Qualifikation oder eine Arbeitsaufnahme zu entwickeln.

Zusätzlich zum „Jugendcafé Stellwerk“ soll ein Beratungsbus für die aufsuchende Arbeit angeschafft werden. Sozialarbeiter*innen werden auch an informellen Treffpunkten im Stadtgebiet Kontakt aufnehmen.