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Krise trifft Haushalte und soziale Dienste gleichermaßen: Paritätischer Niedersachsen fordert gezielte Entlastungen

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Die wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Irankriegs treffen viele Menschen in Deutschland mit voller Wucht. Steigende Energiepreise und eine anziehende Inflation verschärfen die ohnehin angespannte finanzielle Lage zahlreicher Haushalte. Nach aktuellen Umfrageergebnissen der Schufa verfügt mehr als ein Drittel der Bevölkerung über keinerlei finanzielle Rücklagen: 16 Prozent haben ihre Reserven bereits aufgebraucht, 22 Prozent hatten nie welche, weitere 6 Prozent befürchten, dass ihre verbleibenden Polster nicht ausreichen.

„Diese Zahlen müssen ein Weckruf für die Politik sein, denn sie zeigen, wie verletzlich viele Menschen in Niedersachsen und ganz Deutschland sind“, erklärt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. „Die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Irankriegs treiben die Inflation weiter an – im März lag sie mit 2,7 Prozent auf dem höchsten Stand seit Januar 2024. Das betrifft längst nicht mehr nur Energie, sondern auch die Preise für Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs.“

Die angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung greifen aus Sicht des Paritätischen Niedersachsen zu kurz. Die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um rund 17 Cent pro Liter für zwei Monate sei weder nachhaltig noch sozial ausgewogen. „Ein pauschaler Tankrabatt nach dem Gießkannenprinzip ist sehr teuer und hilft nicht zielgenau denjenigen, die auf Unterstützung angewiesen sind“, so Tack.

Auch der angekündigte steuer- und abgabenfreie Krisen-Bonus, den Arbeitgeber zahlen können, greife zu kurz. „Hier geht es nicht um den Willen der Arbeitgeber, sondern vielfach um deren Möglichkeiten. Gerade viele soziale Träger sind selbst massiv von explodierenden Kosten betroffen – etwa durch gestiegene Preise von Verbrauchsgütern sowie höhere Energiepreise für ihre Einrichtungen und Fuhrparks. Gleichzeitig leiden sie seit Jahren unter struktureller Unterfinanzierung.“

Der Paritätische Niedersachsen fordert daher ein entschiedenes Nachsteuern der Politik und nachhaltige, zielgerichtete Maßnahmen zur sozialen Abfederung der Krise:

  • Einführung eines Mobilitäts- und Klimageldes für Menschen mit geringem Einkommen
  • Statt pauschaler Entlastungen gezielte Unterstützung besonders belasteter Haushalte
  • Direkte finanzielle Förderung sozialer Dienste und Einrichtungen
  • Einführung eines dauerhaften Sozialtarifs beim Deutschlandticket
  • Umsatzsteuersenkung für Lebensmittel

„Die aktuelle Krise darf nicht dazu führen, dass soziale Ungleichheiten weiter verschärft werden. Die Bundesregierung muss jetzt handeln! Es braucht verlässliche und gerechte Lösungen, die insbesondere die Schwächsten in unserer Gesellschaft im Blick haben“, betont die Vorsitzende abschließend.